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Schleppwild: Verkauf für Jagdhundeausbildung teilweise illegal?

Hannah Reutter. © Hannah Reutter
Hannah Reutter
am
Samstag, 26.12.2020 - 15:56
Viszla-Apport-Kraehe © Heike - stock.adobe.com
Krähen werden oftmals als Schleppwild verwendet – doch ein Tierschutzverein hat Anzeige gegen mehrere Händler erstattet.

Eine Tierschutzorganisation sorgte kürzlich mit einer Pressemitteilung für Aufsehen in Social Media. Der Vogelschutzverein gab darin an, dass Sie Anzeigen gegen mehrere Schleppwildhändler gestellt haben. Diese Händler würden angeblich illegalerweise Arten verkaufen, für welche ein Vermarktungsverbot nach Bundesnaturschutzgesetz und Bundeswildschutzverordnung bestehe. Als Beispiel führt der Tierschutzverein den Eichelhäher an. Nach „monatelangen Recherchen“ habe man Anzeigen gegen neun Unternehmen aus dem ganzen Bundesgebiet gestellt.

Schleppwildhändler verkaufen erlegtes Wild an Jagdhundeführer, damit diese ihre jungen Hunde ausbilden können, um eine tierschutzgerechte Jagd zu ermöglichen. 

Staatsanwaltschaften bestätigen Anzeigen

Gegenüber der Redaktion bestätigte der Verein, dass man Anzeigen gestellt habe. Laut der Pressemitteilung ginge es nicht um die Erlegung, sondern um den gewerbsmäßigen Verkauf bestimmter Arten. Beispielsweise Fasane, die dem Jagdrecht und nicht dem Naturschutzrecht unterliegen, seien nicht betroffen. Der Verein ist der Ansicht, dass den Betroffenen und ggf. auch den Lieferanten ein Entzug des Jagdscheins drohen könnte. Die Staatsanwaltschaften Oldenburg (Niedersachsen) und Deggendorf (Bayern) bestätigten gegenüber der Redaktion, dass Anzeigen gegen Schleppwildhändler vorliegen und Ermittlungen laufen würden. Mehr Details konnten die Behörden noch nicht mitteilen.

Der Deutsche Jagdverband gab auf Anfrage der Redaktion an, dass ein Verkauf bestimmter Arten, die dem Naturschutzgesetz unterliegen, tatsächlich nicht erlaubt sei. Die Jagd auf diese Arten sei jedoch abhängig von den Landes- und dem Bundesjagdgesetz. 


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