Home News Schießstandunfall: Verletzter Mann verstorben

Schießstandunfall: Verletzter Mann verstorben

Der Drilling explodierte, nachdem man ihn mit einer 8x57 IRS statt einer 8x57 IR geladen hatte (Symbolfoto).


Monate nach dem Unfall auf einem Schießstand in Rheinland-Pfalz sind nun genauere Details bekannt. Bei der explodierten Waffe handelte es sich um einen mehr als 60 Jahre alten Drilling im Kugelkaliber 8x57 IR. Dieser war wenige Tage zuvor von einem „Sachkundigen“ überholt worden, wie die Staatsanwaltschaft nun gegenüber der Redaktion angab. Die Staatsanwaltschaft weiß bislang jedoch nicht, ob die Sachkunde durch eine Büchsenmacherlehre nachgewiesen wurde.

8x57IRS statt 8x57IR

Der 46-jährige Schütze verwendete auf dem Schießstand zweimal Munition im Kaliber 8x57 IRS. Beim zweiten Schuss explodierte das Patronenlager. Durch herumfliegende Waffenteile sowie Splitter wurde er an der Hand verletzt. Eine Schießstandaufsicht, die in direkter Nähe stand, erlitt lebensgefährliche Verletzungen am Kopf und lag daraufhin im Koma. Der 70-jährige Mann verstarb nun Mitte Januar.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz führt ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den „Sachkundigen“ sowie den Schützen. Ein rechtsmedizinisches Gutachten soll klären, ob der Tod der Standaufsicht auf die Verletzungen durch den Unfall zurückzuführen sind. Außerdem wird geprüft, ob die Beschuldigten wussten, dass Munition im falschen Kaliber verwendet wurde und in welchem Zustand die reparierte Waffe war.


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
Thumbnail