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Schaltstelle Jagdgenossenschaften

Der GStB sieht sich als starke Interessenvertretung der Kommunen (v.l.): Dr. Stefan Schaefer (Pressereferent), Aloysius Söhngen (stellv. Vorsitzender) Peter Unkel (Bgm. Emmelshausen), Verbandsdirektor Winfried Manns (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied), Georg Bauer (Fachbeirat „Forst und Jagd“). Foto: JD © JD

Vor diesem Hintergrund hatte der Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz (GStB) unter dem Motto "Jagdgenossenschaften zwischen Laptop und Loden" zu einer Informationsveranstaltung nach Emmelshausen (Rhein-Hunsrück-Kreis) geladen. Doch bevor es um echte Fachpunkte ging, warb in Vertretung der kurzfristig verhinderten Ministerin Ulrike Höfgen der Staatsekretär im Umweltministerium, Dr. Thomas Griese, für die "moderne" Jagdpolitik seines Hauses. Zentrale Elemente seines Vortrages waren unter anderem: die Ausübung der Jagd durch die Jagdgenossenschaften in Eigenregie sowie die nach Landesjagdgesetz zwischen Verpächtern und Pächtern zu treffenden Abschussregelungen für Schalenwild. Hierzu forderte Griese die rund 400 anwesenden Vertreter der Jagdgenossenschaften auf, nicht ungeprüft die Vorschläge des Pächters zu übernehmen, das Schwarzwild unbedingt darin miteinzubeziehen und im Jagdpachtvertrag bei Nichterfüllung der Vorgaben Sanktionsmöglichkeiten, sprich Strafgelder bzw. auch vorzeitige Kündigung, vorzusehen.
Zwar sprach sich Griese ausdrücklich pro Jagd aus allerdings unter dem Grundsatz "Wald vor Wild". Weiterhin gewährte er Einblicke in Detailregelungen der in Kürze kommenden Landesjagd-Verordnung (hier sei nur erwähnt, dass der Rehbock in Rheinland-Pfalz wohl bis zum 31. Januar Jagdzeit haben wird) und er lies durchblicken, dass einige Länder darüber nachdenken, die neue bundesgesetzliche Regelung zu den "ethisch befriedeten Bezirken" in punkto Austrittsfristen zu modifizieren. Für Rheinland-Pfalz, so Griese, hält sich die Zahl der Anträge "im Rahmen".
Wirklich modern wurde es dann bei der Vorstellung des elektronischen Jagdkatasters "Artemis", entwickelt von OrgaSoft Kommunal, Saarbrücken. Weg von der Karteikastenbuchführung erlaubt es die Verwaltung aller für die Jagdgenossenschaft relevanten Daten bis hin zur Durchführung von Jagdgenossenschaftversammlungen und Erstellung von Umlagen- oder Auskehrungslisten. Dr. Stefan Schaefer, Geschäfstführer des GStB, sprach dann diverse Möglichkeiten im Zusammenhang mit der Gestaltung von Wildschadensregelungen in den Jagdpachtverträgen wie auch deren Konsequenzen an.
In Rheinland-Pfalz ist der GStB, dessen Spitzenvertreter sich ausdrücklich für die Notwendigkeit einer zeitgemäßen Jagd ausprachen, in jagdlichen Angelegenheiten ein wichtiger "Machtfaktor". Denn aufgrund ihres Waldbesitzes sind die Kommunen in vielen der rund 2400 Jagdgenossenschaften des Landes der größte Grundbesitzer.
JD