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Schalldämpfer: Ein Gewinn für alle


Kommt bald eine bundesweite Regelung zum Thema Schalldämpfer? Ein Schreiben des Bundesinnenministerium (BMI) an den Deutschen Jagdverband (DJV) lässt zumindest darauf hoffen. Demnach würde eine Änderung des Waffengesetzes das Bedürfnis aller Jäger für die Nutzung eines Schalldämpfers bundesweit anerkennen. Bisher wurde das in den Bundesländern unterschiedlich geregelt – in manchen wurde sogar noch gar keine Erlaubnis für Schalldämpfer ausgesprochen.

m November 2018 wurde auch in Niedersachsen das Verbot eines Schalldämpfers aufgehoben. Was zuerst nach guten Nachrichten klang, wurde bald zum Spießrutenlauf für Jäger: Hier ist eine zusätzliche waffenrechtliche Genehmigung erforderlich, die im Einzelfall eine Bedarfsprüfung vorsieht. Dabei reiche dem niedersächsischen Innenministerium das reine Bedürfnis nach einem Gehörschutz nicht als Begründung für eine Genehmigung. Das heißt: Eine Genehmigung des Schalldämpfers ist die Ausnahme, nicht die Regel. Eine Leitlinie, die die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) nicht nachvollziehen kann: „Mit dieser Verfahrensweise beschreitet Niedersachsen einen Sonderweg auf Kosten der niedersächsischen Jägerinnen und Jäger“, so Ernst-Dieter Meinecke, stellvertretender Präsident der LJN.

Schalldämpfer: Ein Gewinn für alle © iStock.com/Jevtic

Auch vom BKA abgesegnet

Dabei hält selbst das Bundeskriminalamt den Einsatz des Schalldämpfers für unbedenklich: Bei einem Schalldämpfer wird der Mündungsknall zwar gedämpft, allerdings ist der Schuss nach wie vor immer noch deutlich zu hören. Diese Minderung von 150 auf 130 Dezibel führt aber dazu, dass das Risiko einer Gehörschädigung des Jägers bereits stark reduziert wird.

Als Kooperationspartner der LJN und Versicherer vieler Jäger weiß die VGH um die möglichen Risiken der Jagd-Ausübung und versucht deswegen umso mehr, die Jäger ausreichend abzusichern. Einen einfacheren Zugang zu Schalldämpfern würden sie daher befürworten, da dieser der Schadenverhütung und somit dem Schutz des Jägers dienen würde. „Noch ein positiver Nebeneffekt beim Einsatz eines Schalldämpfers sei erwähnt: Durch ihn erhöht sich die Präzision der Büchse bei vielen Schützen merklich“, so Knuth Thiesen, Direktionsbeauftragter Haftpflicht-Betrieb der VGH.

Eine Änderung des Waffengesetzes würde als Grundlage für eine bundeseinheitliche Regelung dienen und somit auch niedersächsischen Jägern die Nutzung von Schalldämpfern vereinfachen. Der DJV hofft auf einen Abschluss pünktlich zu Beginn der Drückjagd-Saison im Oktober 2019.