Home News Schalldämpfer für Mecklenburg-Vorpommern: Zu früh gefreut!

Schalldämpfer für Mecklenburg-Vorpommern: Zu früh gefreut!

Ein Schalldämpfer auf einem Repetierer montiert. © Christopher Hocke

Gestern hat das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern (MV) einen Erlass an die Waffenbehörden versandt. In Zukunft sind Schalldämpfer zur Jagdausübung bei schalenwildtauglichen Langwaffen genehmigungsfähig, aus Gründen des Gesundheitsschutzes. Und das unabhängig davon, ob eine Vorschädigung des Gehörs beim Antragssteller vorliegt oder nicht. Aber: Revierlose Jäger und Inhaber einer unentgeltlichen Jagderlaubnis haben nicht automatisch Anspruch auf Genehmigung, das bestätigt die Oberste Jagdbehörde auf Nachfrage von jagderleben.

Bisher musste nach dem Waffengesetz ein persönliches Interesse nachgewiesen werden, um eine Genehmigung zu erhalten. Das führte zu Einzelfallprüfungen durch die Waffenbehörden und nur selten wurde die Erwerbserlaubnis erteilt, beispielsweise wenn schon eine Vorschädigung des Gehörs attestiert war. Mit dem neuen Erlass ordnet das Innenministerium nun an, dass künftig mit Antragstellung durch antragsberechtigte Personen grundsätzlich von einem persönlichen Interesse auszugehen ist. "Von der Neuregelung profitiert vor allem die Gesundheit unserer Jägerinnen und Jäger, aber auch die der Jagdhunde", erklärt Innenminister Lorenz Caffier.

Die Erforderlichkeit eines Schalldämpfers ist auch weiterhin durch die regelmäßige aktive Beteiligung am Jagdbetrieb nachzuweisen. Dies wird bei Jagdausübungsberechtigten im Sinne des Landesjagdgesetzes durch die Eintragung im Jagdschein erbracht, dass ein Jagdausübungsrecht oder eine Jagderlaubnis zusteht. Bei Personen wie Berufsjägern, Mitarbeitern kommunaler oder privater Forstverwaltungen sowie Bediensteten von Forstbehörden und der Nationalparks ist eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorzulegen, die eine regelmäßige Mitwirkung im Jagdbetrieb bestötigt. Martin Rackwitz, Referent der Obersten Jagdbehörde, betont daher: "Die Änderung ist kein Freibrief für alle Jäger!" (PM)


Rasso Walch Der studierte Förster stammt aus einer traditionellen Jägerfamilie und hat seine Jägerprüfung bereits im Alter von 14 Jahren abgelegt.
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