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Sauen stoppen Zugverkehr

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Mittwoch, 12.11.2014 - 01:00
Eines von acht erlegten Stücken am Rande der Wehranlage. Foto: T. Müller © T. Müller

Im Anschlag: Der Jungjäger trägt seinen zwei ersten Sauen direkt vor dem Wehr den Fangschuss an. Foto: T. Müller

Bekanntlich sind die Nerven Bahnreisender momentan reichlich strapaziert. Heute war jedoch nicht ein Streik für Wartezeiten verantwortlich sondern mehrere Schwarzkittel die durch Augsburg zogen.
„Diesmal war es deutlich gravierender“ als vor etwa 14 Tagen, erklärte Polizeisprecher Manfred Gottschalk der Redaktion. Früh morgens gegen 7.20 Uhr ging der erste Notruf ein. Als die Beamten der Polizei und Feuerwehr dem Tier „nachstellten“ kam es zum Wildunfall. Dabei entstand ein Sachschaden von rund 3.000 Euro an einem Pkw, der Schwarzkittel flüchtete. Wenig später dann die nächste Meldung. Vermutlich das gleiche Schwein lief mitten durch wartende Personen an einer Bahnhaltestelle und rannte anschließend auf die Gleise: „Ein 45-jähriger Mann stürzte und verletzte sich leicht“, so Gottschalk. Für etwa eine Stunde wurde die Strecke Augsburg-München gesperrt, dann streckten die Beamten die Sau auf der Trasse.
Kurz darauf fanden Polizisten und der verständigte Jungjäger Nicolai Wenzel, vier weitere Schwarzkittel in einer Wehranlage. Drei davon wurden erschossen, ein Keiler flüchtete. Wie der Brandinspektor und Jäger Thomas Müller mitteilt, hat diese Sau kurze Zeit später auf einer nahegelegenen Baustelle einen Arbeiter angenommen und verletzt. „Mit gebrochenem Bein musste der Mann ins Krankenhaus gebracht werden“, so Müller. Ein Polizist tötete den Keiler mit drei Schüssen. Einen Bach weiter streckten Kollegen des Beamten dann noch zwei Tiere. Die letzte Sau wurde an einer Bushaltestelle getötet. Fazit des Tages: Ein Keiler mit etwa 100 Kilogramm, eine Bache und sechs Überläufer.
Laut Feuerwehr konnten bisher drei Schweine tot aus dem Wasser geborgen werden. Die Sauen wurden den Feuerwehrleuten überlassen: „Nach der Untersuchung wird es ein großes Essen auf der Wache geben“, freute sich Müller.
MH