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Sauen auf Abwegen

Dies ist eine der 20 Scheiben, die bei dem "Besuch" zu Bruch gingen. Foto: C. Hartmann


Kurz vor Mittag tauchten zwei Schwarzkittel in einer Gärtnerei bei Münster am Lech (Kreis Donau-Ries) auf. Vermutlich handelte es sich um versprengte Sauen, da unweit eine Drückjagd stattgefunden hatte. Ein geordnetes Davontreiben sei nicht möglich gewesen, erklärte Geschäftsführer Christian Hartmann. Deshalb sei er auch über die Folgen nicht gerade begeistert gewesen, denn unauffällig hätten sich die panischen Tiere nicht verhalten. Im Gegenteil: Ihr Fluchtweg führte zunächst durch eine geschlossene, mit Gitterfolie bespannte Gewächshaustür. Weiter sei es über Beete und Kulturen gegangen. Rund 20 Glasscheiben und ein Maschendrahtzaun hielten die Tiere nicht auf. Laut Hartmann bewege sich der Schaden zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Beim Verlassen des Geländes hätten sich dann die Wege der Wildschweine getrennt. Während das kleine Tier spurlos verschwand, versuchte die größere, schweißende Sau mit einem Waldarbeiter auf Tuchfühlung zu gehen. Erst dem zuständigen Jäger sei es gelungen, mit Hund und einem Kollegen, nach mehrstündiger Nachsuche das verletzte Wildschwein zu erlösen. Die Frage der Schadenserstattung habe er an einen Anwalt weitergeleitet, sagte der Unternehmer anlässlich des Gesprächs mit jagderleben.
Bejagd werden sollen auch mehrere Schwarzkittel im Nordosten. Weil sie sich auf den Promenaden der Kaiserbäder in Heringsdorf (Kreis Vorpommern-Greifswald) herumtreiben und nicht nur Grünlandschäden anrichten. Auch im vergangenen Jahr hatte der Kreis eine Abschussgenehmigung erteilt, sagte der stellvertretender Bürgermeister Marcus Strömich. Da jedoch kein Tier gestreckt wurde, hoffen er und die Geschädigten nun auf eine erneute Erlaubnis der zuständigen Behörde.
MH