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Sachsen gibt Wölfe an Thüringen ab

Die Wiederansiedelung von Wölfen in Deutschland tritt mit dem 01.04.2010 in eine völlig neue Phase. Foto: Erich Marek © Marek Erich

Das in Sachsen erfolgreich gestartete Wolfsansiedlungsprogramm wird bundesweit ausgedehnt. Umweltminister Frank Kupfer hat pünktlich zum Beginn der Saison am 01.04. ein Wolfspaar mit insgesamt 12 Jungen an seinen Thüringer Amtskollegen Jürgen Reinholz übergeben. Dies ist der heute erschienen Medieninformation 41/2010 des Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft des Freistaates Sachsen zu entnehmen.
Darin heißt es weiter: „Gern geben wir nicht nur von unseren Tieren ab, sondern gleich auch noch von den bei uns vorhandenen Erfahrungen“, so Minister Kupfer bei der feierlichen Übergabe. Thüringen erhalte deshalb auch eine in Original Lausitzer Wolfsleder gebundene Fassung des sächsischen Wolfsmanagementplanes.
Der Aktion vorangegangen war eine einjährige Vorbereitung, über die mit Rücksicht auf den Hauptsponsor „Wolfskyn“ bisher nicht berichtet wurde. Seit dem 1. April 2009 waren zunächst intensiv Kotproben in Frage kommender Beutetiere zwischen den beteiligten Ministerien ausgetauscht worden. Nach Feststellung der Verträglichkeit durch die in Sachsen vorhandenen Wölfe wurden diese dann durch eine gezielte Anfütterung mit „Thüringer Rostbrätl“ auf ihre neue Heimat vorbereitet. So ist gesichert, dass die Rotwildbestände des Thüringer Waldes eine sichere Nahrungsgrundlage für die an eine vorzügliche Kost gewöhnten Tiere darstellen.
„Die Ansiedlung in Thüringen ist nur ein erster Schritt, wir haben bereits jetzt 20 weitere Wölfe herangezogen, die wir weiteren Bundesländern zur Verfügung stellen können“, so der Minister abschließend. Auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus hat vor wenigen Tagen einen Wolfsmanagementplan vorgelegt. In Sachsen wurden Wölfe beginnend mit dem 1. April 1996 angesiedelt. Bisher ist es gelungen, sechs Wolfsrudel und ein welpenloses Wolfspaar heranzuziehen: Ihnen wurden in der Wildtieraufenthaltsverordnung (SächsWilTAufVO) insgesamt sieben Rudelterritorien vom zuständigen Umweltministerium zugewiesen. PM