Sachbearbeiter verschiebt Amnestiewaffen

Noch vor kurzem ließ sich der jetzt Beschuldigte mit bei der Behörde abgegebenen Schusswaffen ablichten. Foto: Georg Willmerdinger


Ein für Waffenrechtsfragen am Landratsamt Altötting (Oberbayern) zuständiger Sachbearbeiter soll Waffen, die im Rahmen der Amnestieregelung nach dem Amoklauf von Winnenden bis Ende vergangenen Jahres bei der Behörde abgegeben worden waren, abgezweigt haben, um sie seiner privaten Sammlung einzuverleiben oder weiter zu verkaufen. Dies geht aus einem Bericht der "Passauer Neuen Presse" hervor.
Demnach wurde der Mann zunächst im Gefängnis von Bad Reichenhall in Haft genommen. Was genau man ihm vorwirft, darüber hüllte sich die zuständige Staatsanwaltschaft in Traunstein vorerst in Schweigen. Bestätigt wurden aber Berichte, wonach es sich um über 150 Feuerwaffen handelt, die in der Wohnung des 48-Jährigen sichergestellt worden waren. Woher die Waffen im einzelnen stammen, bemüht sich die Staatsanwaltschaft zu klären.
Medienberichten zufolge stammen rund 50 der Feuerwaffen aus den Amnestiebeständen des benachbarten Landratsamtes Berchtesgandener Land. Der dortige Sachbearbeiter könnte sie – wie es scheint gesetzeskonform – seinem jetzt beschuldigten Kollegen überlassen haben. Pikant nur, dass dieser sich seine Waffenbesitzkarte für Sammler wohl selber ausgestellt hatte.
Die Ermittlungen der Staatsanwalt werden indes noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Laut dem Regionalportal "Chiemgau Online" wird wegen des Verdachts der Unterschlagung sowie des Verwahrungsbruchs ermittelt. Im Raum stehe jedoch auch der Vorwurf des Verdachts auf Bestechlichkeit und Verstoßes gegen das Waffengesetz. RJE