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Saatkrähen dürfen bleiben

Saatkrähen sind im Gegensatz zu Rabenkrähen geschützt und unterliegen nicht dem Jagdrecht.  Foto: Sven-Erik Arndt © Sven-Erik Arndt

Nach der Kritik von Naturschützern hat das Ministerium den Vorgang geprüft. Künftig sollten derartige Maßnahmen unterbleiben und stattdessen Wege zur Umsiedlung der Tiere gesucht werden.Der Landkreis Friesland hatte eine Ausnahmegenehmigung für das Entfernen der Nester im Stadtgebiet von Jever und beim Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch bekommen. Wegen der Nähe zu Geschäften, einem Wochenmarkt, Arztpraxen und einem Kinderspielplatz drohten Gesundheitsgefahren durch den Kot der Vögel. 100 Nester wurden daraufhin beseitigt, 69 waren schon bald wieder neu errichtet worden.
Der Bestand an Saatkrähen hat sich nach Angaben des Ministeriums in den vergangenen 30 Jahren erholt. Die Zahl der Brutpaare in Niedersachsen hat sich in der Zeit auf mehr als 10 000 vervierfacht. In einigen Städten im Nordwesten werden immer wieder Klagen über Belästigungen durch Lärm und Kot der Tiere laut.
Wildbiologen hatten 2011 bei einem Krähensymposium im ostfriesischen Leer auch die Landflucht der Saatkrähen als Ursache für die Beschwerden ausgemacht. Wenn die traditionellen Lebensräume beeinträchtigt werden, suchen die Krähen in Städten nach Alternativen. Insbesondere das Fällen von Brutbäumen macht den Vögeln das Leben schwer. Ein Vergrämen gilt als schwierig.
dpa