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Saarjäger fühlen sich betrogen

Der Landtag hat das neue Landesjagdgesetz verabschiedet. Foto: W. Pehlemann


Das Gesetz soll am 1. April 2014 in Kraft treten. Zwar bewirkten das massive Eintreten und die große Demonstration am 14. Februar 2014 (wir berichteten), dass in der Zielgeraden doch noch einige Gesetzesentwürfe der jagdlichen Praxis angepasst wurden, doch „Zufriedenheit sieht anders aus“, kommentierte VJS – Geschäftsführer Johannes Schorr das neue Gesetz.
Rehböcke dürfen bis zum 15. Januar bejagt werden, alles andere Rehwild aber bis zum 31. Januar. Iltisse, Mauswiesel, Türkentauben und alle Wildenten außer der Stockente erhalten eine ganzjährige Schonzeit. Der Jagdschutz auf wildernde Hunde und streunende Katzen entfällt. Es soll jedoch Ausnahmeregelungen geben. Wer die Jagd mit der Lebendfalle ausüben will, benötigt dazu eine Zusatzqualifikation. Die Ausbildung der Jagdhunde an der lebenden Ente ist nur noch erlaubt, wenn diese ihre Flugfähigkeit behält. Überjagende Hunde sind zu dulden, wenn der Jagdleiter alle geeigneten organisatorischen Maßnahmen ergriffen hat, um die Gefahr des Überjagens zu minimieren. Der Fangschuss aus Sicherheitsgründen mit Schrot (und nur dieser) auf Schalenwild wird erlaubt. Ab dem 1. Januar 2017 dürfen nur noch bleifreie Büchsen- und Flintenlaufgeschosse verwendet werden. Entgegen des ursprünglichen Entwurfes bleibt es bei der ganzjährigen Bejagung des Schwarzwildes mit Ausnahme führender Stücke. Die Jagdzeit auf den Fuchs, einschließlich der Welpen, wurde wieder verlängert und liegt nun zwischen dem 1. Juli und 28. Februar. Dies gilt auch für Marderhunde, Waschbären und Minke, die ins Jagdrecht aufgenommen wurden. Die Wildfolgeregelung unterscheidet nicht mehr zwischen Schalenwild und übrigem Wild und wurde auf Vorschlag der VJS praxisnaher gestaltet.
Hundebesitzer müssen in der Aufzuchtszeit vom 1. März bis zum 30. Juni ihre Vierbeiner anleinen, es sei denn, dass diese zuverlässig die Wege nicht verlassen. Es ist verboten, die Jagdausübung vorsätzlich zu stören.
Wer an einer Bewegungsjagd auf Schalenwild teilnimmt, benötigt einen jährlich zu erbringenden Schießnachweis. Kirrungen auf Schwarz- und Rehwild sind geregelt und bleiben erlaubt. Der Abschussplan für Rehwild wird abgeschafft. Die Meldungen müssen nur noch vierteljährlich erfolgen. Jagdpachtverträge haben eine Laufzeit zwischen fünf und zehn Jahren. Wildschäden sind vom Geschädigten innerhalb von zwei Wochen anzumelden, bisher innerhalb von einer Woche.
Auf Unverständnis bei den Jägern stößt das Verhalten der CDU. Diese hatte noch vor zwei Jahren in einer Anzeige im VJS – Blatt „Saarjäger“, das bisher bestehende saarländische Jagdgesetz in den höchsten Tönen gelobt (vgl. PIRSCH 5/ 2014). Die Jägerinnen und Jäger des Landes fragen sich: Wozu dann ein neues Jagdgesetz?
Günther Klahm