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Saar-Förster unter Druck

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Mittwoch, 05.10.2016 - 09:25
Forstbedienstete sollen im Saarland unangemeldeten Wildbrethandel betrieben haben (Symbolbild). Foto: Jens Krüger © Jens Krüger

Laut einem Bericht der "Saarbrücker Zeitung" haben die drei Männer hunderte Kilogramm Wildbret vergünstigt für den Eigenbedarf erworben und anschließend wohl weiter an Privathaushalte wie auch Gastronomiebetriebe veräußert. Beim Kauf eines Kilogramms Rehwild in der Decke erhalten die Förster zum Beispiel 30 Prozent Nachlass und zahlen anstatt 3,50 Euro nur 2,45 Euro. Übrigens: Für jeden erfolgreichen Abschuss, der nicht selbst vom Erleger verwertet wird, erhält der Schütze zehn Euro.
Bei den Bediensteten soll es sich um zwei Revierleiter sowie einen Beamten in leitender Funktion handeln. Im vergangenen Jahr hätte einer der Herren über 600 Kilogramm Wild in der Decke, bzw. Schwarte für den Eigenbedarf gekauft, seit 2012 habe das Trio über 5,3 Tonnen Fleisch für den Eigenverzehr deklariert. Aufmerksam darauf wurde jetzt der Landesrechnungshof. Auf Nachfrage beim Umweltministerium durch die Zeitung hat Minister Reinhold Jost (SPD) die Untersuchung der Finanzkontrolleure bestätigt. Keiner der Beschuldigten hätte eine Nebentätigkeit im Wildbret-Handel angemeldet. Einer von ihnen versicherte gegen über der "Saarbrücker Zeitung", dass er keinen Handel betreibe. Er würde lediglich an Bekannte und Kollegen Teile seiner Beute zum Selbstkostenpreis zwischen fünf und sieben Euro weitergeben.
BS