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Russische Forscher entschlüsseln „Haustier-Gen“

Die Silberfüchse werden seit Generationen in drei Zuchtlinien gepaart – mit interessanten Ergebnissen (Symbolbild). © Pixabay / Hans Braxmeyer

Seit knapp 60 Jahren untersuchen russische Forscher die Auswirkungen von Domestizierung auf Wildtiere. Das Ausgangsexperiment hatte der Verhaltensbiologe Dmitrij Beljaew 1959 mit halbwilden Silberfüchsen gestartet. In drei Zuchtlinien wurden durchgängig jeweils nur die aggressivsten, nur besonders zahme und in einer Kontrollgruppe nicht weiter beeinflusste Tiere zur Vermehrung ausgewählt. Über Generationen seien die Tiere der zahmen Linie verspielter und kontaktfreudiger geworden und entwickelten Eigenschaften, wie Schwanzwedeln und Augenkontakt mit ihren Betreuern, berichtet das Fachmagazin „Spektrum der Wissenschaft“ in einer Auswertung der neuesten Veröffentlichungen im „Nature Ecology & Evolution“ der russischen Forschungsgruppe. Auch das Äußere der Füchse veränderte sich, sie weisen häufiger welpentypische Schlappohren, eingerollte Schwänze und gefleckten Balg auf. Eigenschaften, die auch bei anderen domestizierten Arten auffallen, etwa Schweinen, Kühen und Hunden.

Analytiker finden genetische Abweichungen

In einer neuen Studie untersuchten Genanalytiker nun das Erbgut der Füchse und konnten eine Reihe Gene identifizieren, die für den Domestizierungsprozess wichtig sein könnten – vor allem ein Gen namens SorCS1. Es steht im Verdacht sich besonders auf Verhaltensausprägungen auszuwirken. Auch beim Menschen ist das Gen identifizierbar, hier gehen Veränderungen allerdings meist mit neurologischen und psychischen Störungen einher. CL


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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