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Runter von der Autobahn

Mühsam: Rund sechs Stunden waren über 30 Helfer im Einsatz. Foto: G. Kusch © G. Kusch
Diese Absperrung leitete die Rehe weg vom Gefahrenbereich. Foto: G. Kusch © G. Kusch

Diese Absperrung leitete die Rehe weg vom Gefahrenbereich. Foto: G. Kusch

Saftig ist die Äsung des Randstreifens auf der Bundesautobahn A 20 in der Nähe von Rostock. Erkannt haben das auch mehrere Rehe, weshalb sie sich im Gefahrenbereich aufhielten. Alle bisherigen Vergrämungsmaßnahmen scheiterten. Aus diesem Grund sahen die Verantwortlichen vor rund zwei Wochen keine andere Möglichkeit, als die Tiere noch in der Schonzeit erlegen zu lassen. Allerdings wurde die Aktion kurzfristig abgeblasen und eine Kabinettssitzung zur Beratung einberufen. Anfang der Woche startete dann die aufwändige Maßnahme unter Regie des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz. Wildbiologen der Uni Dresden spürten die Wildtiere mit Wärmebildkameras auf.
Gestern dann die Großaktion. Die A 20 wurde im betroffenen Abschnitt voll gesperrt. Die Zäune wurden an zwei Stellen auf einer Länge von etwa 40 Metern geöffnet und die Wege in Richtung Fahrbahn versperrt. Um 9:00 Uhr standen rund 35 Helfer bereit. Unter ihnen auch 15 Jäger. Einer davon war Gerhard Kusch, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Rostock. „Vier Rehe wurden geortet“, sagte er kurz bevor „das ruhige und waffenlose Vergrämen“ begann. Noch seien die Ricken hoch beschlagen. Trotzdem wären die Grünröcke auch auf frisch gesetzte Kitze vorbereitet gewesen, versicherte Kusch. Nach sechs Stunden war die Aktion vorbei. "Vier Rehe sind gesund raus", freute sich der Vorsitzende. Zwei Weibliche und zwei Böcke waren es. Kitze habe man nicht gefunden.
MH
Einen Film zur Aktion finden Sie hier.