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Rückendeckung für Seehundjäger

Auch für Tierärzte aussichtslos: Dieser Heuler ist so stark von Lungenwürmern befallen, dass er erlöst werden muss. Foto: LJV


Ohne ihr ehrenamtliches Engagement wäre eine flächendeckende Betreuung des Nationalparks und der Ostseeküste nicht möglich. Regelmäßig, so wie gestern in Tönning (Nordfriesland), treffen sich die Experten, zur Weiterbildung, um das Robbenmanagement an den Küsten zu besprechen und aktuelle Themen zu diskutieren. Dazu gehörte natürlich auch die in den vergangenen Tagen geäußerte Kritik von selbsternannten Tierschützern, die das Erlösen todkranker Heuler nicht verstehen können oder wollen.
„Unsere Seehundjäger (...) jagen keine Seehunde. Das dürfen sie auch nicht. Aber wir Jäger haben eine Verantwortung für diese Tierart, die wir sehr ernst nehmen“, erklärt Marcus Börner vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein. Seehundjäger haben entlang der Küsten unter anderem die Aufgabe, tote Tiere einzusammeln. Doch nicht immer, wenn sie gerufen werden, sind sie bereits verendet. Dann muss der speziell ausgebildete Seehundjäger aus Tierschutzgründen entscheiden, ob das Tier gute Chancen hat, allein zu überleben oder ob es den Transport in die Seehundstation nach Friedrichskoog schaffen würde. Und manchmal sind die Tiere so krank, dass die Qualen und Leiden der Tiere beendet werden müssen – kein angenehmer Job.
Seit Wochen wird eine sehr emotionale, unsachliche und mit ungerechtfertigter Polemik geführte Diskussion in der Öffentlichkeit geführt. Den Seehundjägern wird darin die Kompetenz abgesprochen, diese Entscheidung zur Minderung des Tierleidens treffen zu können.
Seehundjäger werden von Tierärzten und Wissenschaftlern regelmäßig geschult, wodurch ihnen eine hohe Sachkunde bescheinigt wird. Die Sektionen der Tiere, die von Seehundjägern getötet werden mussten, belegen eindrucksvoll, dass sie immer in der jeweiligen Situation richtig entschieden haben.
PM/BS