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Rotwild als Tuberkulose-Überträger?

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Dienstag, 19.04.2011 - 15:04
Rotwild und Rinder als „Fressgemeinschaft“ im Oberen Lechtal. Foto: Christian Messner © Christian Messner
Rotwild und Rinder als „Fressgemeinschaft“ im Oberen Lechtal. Foto: Christian Messner

Seit zehn Jahren treten im Außerfern, Region Oberes Lechtal im Bezirk Reutte (Tirol) immer wieder Fälle von Rinder-Tuberkulose (Tbc) auf. Auch wenn der Zusammenhang noch nicht endgültig geklärt ist, gehen die zuständigen Stellen dderzeit davon aus, dass in den vergangenen Jahren die Übertragung vom Rotwild auf die Rinderbestände erfolgt ist.
Bisher wurde in Reutte versucht, das Problem durch verstärkte Bejagung zu lösen. Die Rotwilbestände zu senken ist jedoch vor allem Gebiet um Steeg nicht gelungen. Hier ist bei einer Rotwilddichte von etwa 12 Tieren pro 100 Hektar das stärkste Ausmaß der Infizierung zu verzeichnen: 20 Prozent des Rotwildbestandes sind mit Tbc befallen. Das haben im Zeitraum von 2008 bis Ende 2010 Untersuchungen von 469 Stück Wild ergeben. In einem lediglich 490 Hektar großen Gebiet an zwei mit insgesamt rund 300 Stücken stark frequentierten Rotwild-Fütterungen seien sogar bis zu 50 Prozent der Tiere mit Tbc durchseucht.
Mittlerweile fordern Landwirte aus Sorge um ihr Vieh regional eine nachhaltige Lösung der Tbc-Problematik beim Wild. Mit Beginn der Jagdsaison am 1. Mai soll der Rotwildbestand reduziert werden. Doch wenn sich der erwünschte Erfolg nicht einstellt, "dann werden veterinärbehördliche Schritte eingeleitet", so der Tiroler Landesveterinär Dr. Josef Kössler. Daher sei bereits mit der Planung eines Reduktionsgatters als einem Teil dieser Maßnahmen begonnen worden. Sollte es ab dem kommenden Winter zu einer Rotwildtötung in besagtem Gatter kommen, ist das keine Jagd mehr. Dr. Kössler: "Wir haben es dann mit einer veterinärmedizinischen Seuchenbekämpfung zu tun." Ab 1. Dezember würden diese Maßnahme beginnen.
Auf der deutschen Seite, im angrenzenden Allgäu, hat es in den vergangenen beiden Jahren ein Monitoring gegeben. Ergebnis: Lediglich bei drei von 300 Stück Rotwild wurde Tbc nachgewiesen. Es besteht bisher keine Verbreitungsgefahr. Dennoch sind die dortigen Jäger wachsam. RJE