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Rotwild: TBC-Ansteckungen auf niedrigem Niveau

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Sonntag, 07.03.2021 - 07:00
Kahlwild-Berge © Erich Marek
Die Durchseuchungsrate von TBC beim Rotwild in Tirol liegt derzeit bei 1,4 Prozent.

Vor zehn Jahre hat man mit der Bekämpfung von Tuberkulose (TBC) beim Rotwild im Tiroler Lechtal (Österreich) begonnen. Die intensiven Bemühungen zeigen langsam Wirkung, erklärt Christa Entstrasser-Müller, Sprecherin des Landeshauptmann-Stellvertreter des Landes Tirol, auf Nachfrage der Redaktion.

Zwar sei die Seuche nicht gänzlich verschwunden, jedoch liege die Durchseuchungsrate auf einem niedrigem Niveau von 1,4 Prozent. Das bedeutet: Im Jagdjahr 2020/ 21 wurden in den Revieren der Gemeinden Kaisers, Steeg, Holzgau, Bach und Elbigenalp im Oberen Lechtal insgesamt 283 Stücke Rotwild erlegt. Davon waren vier Tiere mit dem TBC-Erreger Mycobacterium caprae infiziert. Im Vorjahr lag die Seuchenrate noch bei fünf Prozent. Man werde weiterhin alle erlegten Stücke Rotwild auf TBC testen. Zudem halte man an den bisherigen Abschussplanvorgaben fest, so Entstrasser-Müller weiter.

Entnahme eines stark infizierten Rudels

In den vergangenen fünf Jahren wurden in der Gemeinde Kaisers 234 Stück Rotwild erlegt, wovon 24 an Tuberkulose erkrankt waren. „Im Jagdjahr 2020 gab es in Kaisers erstmals keinen TBC-Nachweis“, erklärt Christa Entstrasser-Müller. Jedoch sorgte im Februar 2020 ein behördlich angeordneter Abschuss von Rotwild in einem Tötungsgatter für Aufruhr. Wie die Sprecherin des Landes Tirol mitteilt, waren von den erlegten Tieren acht Stück mit TBC infiziert. Zwei seien sogar hochansteckend gewesen. „Nun muss beobachtet werden, ob mit der Entnahme des stark infizierten Rotwildrudels in Kaisers eine nachhaltige Entwicklung bewirkt werden konnte“, so Entstrasser-Müller.

Verkleinerung des Seuchengebiets

Wie aus einer Pressemitteilung des Landes Tirol hervorgeht, werde das TBC-Seuchengebiet verkleinert. Demnach ist der Hegebezirk Lechtal Mitte mit den Jagdrevieren in den Gemeinden Bach und Elbigenalp sowie die im Lechtal gelegenen Zammer Reviere nicht mehr Teil des ausgewiesenen Seuchengebiets. Das hat zur Folge, dass die dortigen Abschusspläne nicht mehr nach dem Tierseuchenrecht, sondern nach dem Jagdrecht festgelegt werden.


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