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Rotwild-Strecke: Diskussionen über Abschusszahlen in Hessen

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Dienstag, 20.07.2021 - 11:45
Rotwild-Alttier © WildMedia - stock.adobe.com
Der Abschussplan beim Rotwild wurde in den vergangenen beiden Jahren nicht erfüllt.

Anfang Juni hat das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Jahresjagdstrecken für das Jagdjahr 2020/ 21 bekanntgegeben. Beim Rehwild wurden dabei deutlich mehr Stücke erlegt, wie der Abschussplan vorgab und erstmalig die 100.000-Marke geknackt.

Beim Rotwild wurde die geplante Jahresstrecke in den vergangenen Jahren nicht zu 100 Prozent erfüllt. Auch in den Jahren zuvor, konnte diese nicht erbracht werden. Dennoch wurden jedes Jahr die Streckenzahlen von der Jagdbehörde erhöht. Sollten die Jäger beispielsweise im Jagdjahr 2016/ 17 insgesamt 7.480 Stücke Rotwild erlegen, lag der Abschuss 2020/ 21 bereits bei 9.017 Tieren.

Aus einer parlamentarischen Anfrage der FDP-Landtagsabgeordneten Wiebke Knell an Umweltministerin Priska Hinz (Bündnis 90/ Die Grünen) geht hervor, dass vor allem weniger Alttiere wie vorgegeben von den Jägern erlegt wurden. Im Jagdjahr 19/ 20 sollten 2.069 Alttiere erlegt werden – inkl. Fallwild lag die Strecke jedoch bei 1.433 Stücken. Im vergangenen Jagdjahr wurde der Abschuss von 1.969 adulten weiblichen Tiere festgelegt, erlegt wurden samt Fallwild 1.425. Aber auch bei den männlichen Stücken gab es teils deutliche Abweichungen.

Geschäftsführer falsch wiedergegeben

Einige Medien führen an, dass der Landesjagdverband Hessen als Grund für die Nicht-Erfüllung des Abschusses ein erhöhtes Freizeitaufkommen verantwortlich mache. Geschäftsführer Alexander Michel fordere daher eine Anpassung des Waldgesetzes. Wie der Pressesprecher des LJV, Markus Stifter, gegenüber der Redaktion erklärt, sei dies von den Medien jedoch falsch wiedergegeben worden.

Der Geschäftsführer meinte, Umweltministerin Priska Hinz müsse in der aktuellen Diskussion den Mut haben auch über eine Änderung des Waldgesetzes nachzudenken, so der Pressesprecher. Von einer Forderung von Seiten des LJV sei nicht die Rede gewesen. Eine Änderung des Waldgesetzes könnte z.B. eine zeitliche Einschränkung des Betretungsrechts sein, um die Jagdausübung zu erleichtern. Selbst das Hessische Jagdgesetz sieht Instrumentarien vor, dem Wild entsprechende Ruhe zur Vermeidung von Wildschäden zu geben (§ 24 Hessisches Jagdgesetz, Wildruhezonen) und den Besucherverkehr entsprechend zu lenken.


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