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Rotwild: Minister stoppt Schonzeitaufhebung

In Mecklenburg-Vorpommern entbrannte ein Konflikt über eine Abschussgenehmigung für drei Stück Rotwild (symbolbild). © wojciech nowak - stock.adobe.com

Anfang April stellte das Forstamt Schuenhagen bei der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen (Mecklenburg-Vorpommern) einen Antrag auf Abschussgenehmigung von Rotwild der Jugend-Altersklasse während der Schonzeit. Begründet wurde dies mit zu hohen Verbissschäden. Die Untere Jagdbehörde gab grünes Licht und erteilte eine Abschussfreigabe von drei Stücken der Altersklasse I für den Zeitraum vom 12. April bis 30. April.

Wenige Tage später stellte sich heraus, dass der Landkreis gar nicht zuständig sei, sondern das Land als Oberste Jagdbehörde. Die Schweriner Behörde bestätigte am 23. April die Anordnung des Landkreises. Die Hegegemeinschaft Hochwild Schuenhagen-Franzburg, die nicht in die Entscheidung mit einbezogen war, erklärte in einer Pressemitteilung, dass bereits zwei Stücke im Zeitraum vom 12. bis 23. April auf der Grundlage der rechtsungültigen Genehmigung der Kreisbehörde erlegt wurden.

Backhaus hebt Abschussanordnung auf

Nach Angaben der Hegegemeinschaft habe das Forstamt seit Jahren die Abschusspläne nicht erfüllt. Außerdem sei der Rotwild-Zielbestand im Bereich der Hegegemeinschaft erreicht. Von daher sehe man keine Gefahrensituation, die eine Ausnahme von der Schonzeit rechtfertige und lehne sie deshalb aus Tierschutz-, Muttertierschutz- und jagdethischen Gründen ab. Die Proteste der Hegegemeinschaft zeigten Wirkung. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) hob die Abschussanordnung auf. Er beauftragte den Vorstand der Landesforstanstalt Manfred Baum, zur Schlichtung des Streits den Vorstand der Hegegemeinschaft zu einer Vor-Ort-Begehung einzuladen. RS


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