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Rotwild falsch angesprochen – Alttiere statt Schmaltier erlegt

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Mittwoch, 08.07.2020 - 07:50
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Alttier-Tot-Freiflaeche © Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen
Spaziergänger fanden das tote Alttier auf einer Freifläche.

Am 21. Juni haben Spaziergänger ein totes Alttier auf Flächen des Staatsforstbetriebs Oberammergau (Bayern) gefunden. Den Fund haben sie der zuständigen Polizeiinspektion gemeldet. Laut Polizei hat es sich bei dem aufgefundenen Stück um ein führendes Alttier gehandelt, welches an einer Schussverletzung verendet war. Aufgrund eines Verstoßes gegen den Muttertierschutz sowie eines Schonzeitvergehens ermittelt nun die Polizei.

Beschossenes Stück flüchtet in Dickung

Bei Ermittlungen am Forstbetrieb hat sich herausgestellt, dass ein inzwischen pensionierter ehemaliger Mitarbeiter am 19. Juni ein vermeintliches Schmaltier auf rund 150 bis 200 Meter beschossen hatte. Laut Aussage des Mannes gegenüber der Polizei sei das Stück nach dem Schuss in eine naheliegende Dickung geflüchtet. Wenige Sekunden später habe er dort das Haupt sowie den Träger eines weiblichen Stück Rotwilds gesehen, woraufhin er sich zu einem Nachschuss entschieden haben will. Auch dieses weibliche Stück sei außer Sicht verschwunden.

Wie die Polizei im Gespräch mit der Redaktion weiter berichtet, hat der Schütze den Anschuss kontrolliert und fand dort das als Schmaltier angesprochene Stück verendet liegen. Anschließend lieferte er das weibliche Stück in der Wildkühlung ab. Dort wies ihn ein anderer Jäger daraufhin, dass das angelieferte Stück lediglich einen Schuss hatte. Daraufhin habe der Begehungsscheininhaber am Folgetag den zweiten Anschuss mit seinem Jagdhund kontrolliert – ohne Erfolg.

Führendes Alttier verendete 200 Meter weiter

Mittlerweile haben die polizeilichen Ermittlungen ergeben, dass es sich bei dem vermeintlichen Schmaltier in der Kühlzelle um ein nicht führendes Alttier handelt. Diese Tatsache hat die Untere Jagdbehörde der Polizei bestätigt.

Außerdem geht die Polizei zum aktuellen Zeitpunkt davon aus, dass der erste Schuss diesem nicht laktierendem Alttier galt und dieses in der Dickung verendete. Jedoch wurde dadurch ein zweites – führendes – Alttier hoch. Dieses wurde anschließend mit dem zweiten Schuss beschossen. Seine Todflucht endete rund 200 Meter weiter auf einer Lichtung. Dort wurde es zwei Tage später von den Spaziergängern gefunden.

Staatsforsten wollen Vorfall aufklären

Der Pressesprecher der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) könne sich im Moment mangels eigener Informationen zu dem Vorfall nicht äußern. Die BaySF ist aber ebenfalls daran interessiert, das Thema transparent und konsequent aufzuklären. Sie werde die Polizei sowie die Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen unterstützen, so der Pressesprecher in einer Stellungnahme gegenüber der Redaktion.


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