Home News Rotwild bedroht? AfD befürchtet Inzucht bei Wildtieren in Bayern

Rotwild bedroht? AfD befürchtet Inzucht bei Wildtieren in Bayern

Rotwild in der Brunft © Erich Marek
In Bayern wird dem Rotwild nur in speziellen Rotwildgebieten ein Existenzrecht zugestanden.

Die Bayerische Staatsregierung muss den Landtag darüber informieren, wie sie die genetische Vielfalt isolierter Wildtiervorkommen einschätzt. Eingebracht hatte den Berichtsantrag zur so genannten „Inzuchtdepression“ (Drucksache 18/7832) die Fraktion der AfD. Der Landwirtschaftsausschuss hat dem Ansinnen zugestimmt. In dem insgesamt zehn Punkte umfassenden Katalog wird unter anderem die Frage gestellt, welche genetischen Untersuchungen während der letzten fünf Jahre in Bayern bei welchen Wildtierarten durchgeführt wurden und welche Erkenntnisse daraus gewonnen wurden. Weiter wird nach möglichen Gründen für die Abnahme der genetischen Vielfalt bei Wildtieren gefragt und was die Staatsregierung tut, um die genetische Vielfalt zu gewährleisten.

Welche Stoßrichtung der Antrag hat, taucht in der Begründung auf. Dort steht: „Bislang hieß es aus wissenschaftlichen Kreisen, dass selbst die Werte aus isolierten Rotwildpopulationen wie bspw. Isarau und Hassberge als genetisch stabil gelten und sich daher keine Gefahr einer Inzuchtdepression ableiten lässt. Allerdings ist hier ein moderater Drift feststellbar, der über längere Zeiträume stärker werdende Beeinträchtigungen mit sich bringen könnte.

Klarer formuliert es einer der Antragsteller, der AfD-Abgeordnete Andreas Winhart: „Seit Jahrzehnten wird das Rotwild in Bayern auf kleine Flächen reduziert und die Populationen gering gehalten. Die vereinzelten Populationen von Steinwild, Auerwild und Birkwild sind ebenfalls sehr lokal begrenzt und bergen die Gefahr, dass genetische Degeneration durch Weitervermehrung in sehr kleinen Populationen zu Erbgutschäden führen könnte.“

Bericht über Inzucht-Gefahr nur ein erster Schritt

Zuständig für die Antwort ist das Landwirtschaftsministerium unter der Führung von Michaela Kaniber (CSU). Nach Auskunft eines Sprechers, hat des Ministerum nach Zugang des Beschlusses drei Monate Zeit, um diese so genannte interne Anfrage zu beantworten. Dies wird in schriftlicher Form geschehen. Das Antwortschreiben wird der Landtagspräsidentin zugestellt. Was dann damit geschehe sei Sache des Landtags.

Die Antragsteller sehen den Bericht ohnehin nur als „ersten Schritt“. In einer Stellungnahme des Abgeordneten Winhart heißt es dazu: „Klar ist aber auch, dass wir mittelfristig dafür sorgen müssen, dass diese kleinen Wildtierpopulationen die Chance wiederbekommen, sich auf natürlichem Wege vor Inzuchtdepressionen zu schützen. Hier gilt es, mittels Wildbrücken über Straßen oder Biotopverbünde, entsprechende Wander- und Ansiedelungsmöglichkeiten für Wildtiere zu schaffen.“


Kommentare