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Rotmilan tot – 7 Windräder gestoppt

Der tote Milan wurde direkt unter einem Windrad gefunden. © Kelly Kieffer/ natur&ëmwelt a.s.b.l.

Der tote Milan wurde direkt unter einem Windrad gefunden.


Im Windpark Weiler in Luxemburg, nahe der deutschen Grenze, wurde am 22. Mai ein toter Rotmilan entdeckt. Dies gab der Naturschutzverband "natur&ëmwelt" in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach sei der Kadaver des Greifvogels nur etwa zehn Meter von einem der Windräder entfernt gefunden. Der Verband vermutet, dass es sich um den Elternteil einer nahegelegenen Brut handelt, die vom verbleibenden Altvogel kaum ernährt werden kann. "natur&ëmwelt" fordert deshalb, die Anlage während der Brutzeit von Mitte März bis Mitte August abzuschalten.

Natur- und Forstverwaltung ermittelt

Das luxemburgische Umweltministerium bestätigte in einer Pressemitteilung den Vorfall. Man habe sofort bei der „Centrale ornithologique“ – die zu "natur&ëmwelt" gehört – einen Bericht angefordert. Außerdem werde die Natur- und Forstverwaltung Ermittlungen aufnehmen.

Der Betreiber der Windkraftanlage habe eingewilligt, bis zur Aufklärung die gesamte Anlage herunterzufahren. Die insgesamt sieben Windräder im Windpark Weiler sind je 143 Meter hoch (Turmhöhe) und haben einen Rotordurchmesser von 113 Metern.

Nach Angaben der Deutsche Wildtier Stiftung (DWS) fallen in Deutschland jährlich mehr als 12.000 Greifvögel Windrädern zum Opfer. Die Stiftung spricht sich auf ihrer Homepage dafür aus, dass Windräder nicht mehr in Wäldern und Naturschutzgebieten errichtet werden sollen. „Denn Wälder haben einen hohen ökologischen Wert und werden durch den Bau und Betrieb von Windenergieanlagen langfristig in ihrer Funktion als Lebensräume für Wildtiere beeinträchtigt“, so die DWS.  PM/ SBA


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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