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Rothirsch mit abgetrenntem Haupt gefunden

Der Hirsch wurde am Morgen an der Fütterung verendet und ohne Haupt gefunden.


Im Naturpark Schönbuch (Landkreis Tübingen, Baden-Württemberg) wurde am 24. Februar ein Rothirsch mit abgetrenntem Haupt gefunden. Götz Graf Bülow von Dennewitz, stellvertretender Leiter der Abteilung Forst am Landratsamt Tübingen erklärt gegenüber der Redaktion, der Kadaver sei am Morgen entdeckt worden, als ein Mitarbeiter des Forstamts die Futterstelle beschicken wollte. Die Todesursache des Tiers sei bislang unklar, es scheine aber, als sei das Haupt fachmännisch abgeschärft worden. Aktuell befinde sich der Hirsch in der Wildtierforschungsstelle in Aulendorf zur Untersuchung. Da der Vorfall am Samstagmorgen entdeckt wurde, geht die Polizei laut einer Pressemitteilung davon aus, dass sich in der Nacht von Freitag auf Samstag Jagdwilderei zugetragen hat. Deshalb sucht die Polizei nun nach Zeugen und Hinweisen zur Wilderei.

Stangensucher stören Winterruhe des Wilds

Laut Graf Bülow gibt es zur Zeit immer wieder große Probleme mit illegalen Stangensuchern. Diese würden an den Futterstellen und in den Einständen des Rotwilds nach abgeworfenen Trophäen der Hirsche suchen. Dadurch würde das Wild stark beunruhigt und in seiner Winterruhe gestört. Derart aufgescheucht verursache es große Schälschäden in den umliegenden Waldstücken. „Es geht mir um den Umweltschaden und die Tierquälerei,“ so Graf Bülow weiter. Der Rotwildbestand sei aktuell sehr hoch, allerdings könne man diesen so steuern, dass sich Schäden an Bäumen eindämmen lassen. Deshalb sei es ärgerlich, dass durch die Störungen das Rotwildkonzept im Schönbuch erschwert werde. Man wolle das Wild tagaktiv und für die Besucher sichtbar halten, aber dies könne so nicht funktionieren. 

Der Schönbuch umfasst rund 15.600 Hektar. Das Eingezäunte Rotwildgebiet ist rund 4000 Hektar groß. PM


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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