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Rodewald: Drückjagd unter Polizeischutz?

Polizei-Absperrband-Wald © HamburgNews - stock.adobe.com
Nach Aufrufen von Wolfsschützern, beschäftigt sich nun auch die Polizei mit einer Drückjagd im Landkreis Nienburg. Waldsperrungen wurden zum Schutz erlassen.

Die Diskussionen rund um die Suche nach dem Problemwolf im Bereich des Rodewaldes (Landkreis Nienburg/ Niedersachsen) bereiten auch den örtlichen Jägern Probleme. Wie das Landwirtschaftsministerium auf Anfrage der Redaktion mitteilte, sei für den morgigen Samstag eine revierübergreifende Bewegungsjagd auf Schalenwild in einem Gebiet von rund 5.000 Hektar geplant. Den sozialen Medien sei zu entnehmen, dass es beabsichtigt ist, die Jagd gemeinschaftlich zu stören.

In einem Facebook-Aufruf, welcher der Redaktion vorliegt, rief ein bekannter Wolfsbefürworter dazu auf, sich bei einen der Revierpächter als Treiber zu melden. Er schrieb dazu „Wolfsfreunde, die den Jägern auf die Finger schauen wollen, können das so tun.“ Es würde sich allerdings um keinen Aufruf zur Jagdstörung handeln.

Maßnahmen werden vor Ort abgestimmt

Die örtlichen Jäger wendeten sich vor diesem Hintergrund an das Landwirtschaftsministerium. In einem Gespräch mit der Jägerschaft wurden rechtliche Maßnahmen zur Abwehr und Ahndung möglicher Störungsversuche genauso erörtert, wie die Möglichkeit, den Zutritt der Wälder zum Zeitpunkt der Jagd zu sperren. Wie die zuständige Polizeiinspektion am Donnerstag mitteilte, wird "aus reinen Sicherheitsgründen und zum Schutz aller nicht an der Jagd beteiligten Personen, ein Betreten der bejagten Waldgebiete während der Bewegungsjagd untersagt." Dies werde sowohl in der örtlichen Presse als auch mit Schildern angekündigt. Auf Nachfrage der Redaktion erklärte ein Sprecher, dass die Polizei auf die Drückjagd am Samstag vorbereitet sei und auch im Zweifelsfall gefahrenabwehrende Maßnahmen treffen könne.

Immer wieder Aufrufe zu Störungen

Seit Anfang des Jahres läuft die Suche nach dem Problemwolf GW717m des Rodewalder Rudels. Der Rüde gilt als Verantwortlich für über 40 Nutztierrisse. Bisher blieben alle Maßnahmen, die zur Erlegung des gesuchten Wolfes führen, ohne Ergebnis. Zu der Geschehnissen in Niedersachsen haben sich speziell in den sozialen Medien Gruppierungen von Tierschützern und Wolfsbefürwortern gebildet, die immer wieder zu Störaktionen bei der Suche nach dem Problemwolf aufrufen.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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