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Riedberger Horn: Teich für Kunstschnee statt Moor

Auch das Birkwild und andere seltene Arten wären vom Ausbau der Skianlage betroffen (Symbolbild).


Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat gemeinsam mit dem BUND Naturschutz in Bayern e.V. einen erneuten Vorstoß des Landkreises Oberallgäu (Bayern) beim Skitourismus am Riedberger Horn kritisiert. In einer Pressemitteilung erklären die beiden Verbände, man sei überrascht, dass der Landkreis den Bau eines Speicherbeckens für Kunstschnee genehmigt. Das Projekt werde masssive Auswirkungen auf das sensible Moorgebiet haben, in welchem es realisiert werden soll. Unter anderem sei das Birkwild davon betroffen. Man sei außerdem enttäuscht darüber, dass diese Genehmigung mitten in Gespräche über eine Kompromisslösung fallen würde, so die Verbände weiter.

Absage an die Skischaukel

Der Vorsitzende des LBV äußert sich in der Mitteilung folgendermaßen: „Die Staatsregierung spricht von naturverträglichem Tourismus und dem Schutz klimarelevanter Moore – und gleichzeitig genehmigt der Landrat, dass enorm viele tausend Kubikmeter Torf am Riedberger Horn einfach weggebaggert werden. Eklatanter kann der Widerspruch zwischen Worten und Taten im Naturschutz nicht sein. Der LBV wird gegen den Genehmigungsbescheid wie auch gegen den sofortigen Maßnahmenvollzug prozessieren, um diese Naturzerstörung zu verhindern“. Erst im April diesen Jahres wurde der geplanten Skischaukel am Riedberger Horn eine Absage erteilt und beschlossen, die bestehenden Anlagen umweltfreundlich zu modernisieren.

Landratsamt sieht Sport und Tourismus gefährdet

Ein Sprecher des Landratsamtes erklärte gegenüber der Redaktion, der Bau des Beschneiungsteiches habe mit der abgelehnten Skischaukel nichts zu tun. Es handle sich um das einzige Skigebiet im Landkreis, ohne Schneiteich. In einem Schreiben an die Verbände, erklärt man, dass ein Alternativstandort überprüft wurde, aber aus verschiedenen Gründen nicht in Frage komme. Es sei in den vergangenen Jahren mehrfach in den Weihnachtsferien der Skilift gestanden, weil man die Pisten nicht beschneien konnte. Damit würde die sportliche und touristische Kernkompetenz in kürzester Zeit zerstört werden. Der Landrat bittet die Verbände jedoch zu einem offenen Gespräch und strebt einen Pakt zwischen Gemeinden, Landkreis, Naturpark, Naturschutzverbänden, Grundeigentümern und Touristik an, um den Natur- und Artenschutz zu verbessern.  PM/ SBA


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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