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Reviergrenze verstänkert

Wild-Vergrämungsmittel von Hagopur: Ein Jagdpächter machte sich die Wirksamkeit des Präparats für seine unlauteren Zwecke zunutze.<p> © Werkbild

Dem Pächter des Feldrevieres bei Adelebsen nahe Göttingen war bereits im vorigen Jahr aufgefallen, dass kein Wild mehr aus dem Wald austrat, weder Sau noch Reh. Seinen Abschussplan konnte er nicht erfüllen. Erst im späten Frühjahr entdeckte er teils nur wenige Meter im Wald im Nachbarrevier einen sauber angelegten Duftzaun aus aufgeschäumtem Abschreckungsmittel. Eine Göttinger Zeitung berichtet von Hagopur, das als Duftzaun an gefährdeten Straßen angebracht wird. Alle fünf bis zehn Meter seien Duftmarken angebracht. Rund 300 fotografierte Reinhard H. der betroffene Jagdpächter, mit seiner Digitalkamera. Jäger H. forderte die drei benachbarten Pächter auf, sie zu entfernen. Nichts geschah. Er schaltete die Göttinger Jägerschaft ein, dessen Vorsitzender Dieter Hildebrandt vermittelnd einzugreifen versuchte. Wieder geschah nichts, der Duftzaun blieb. Nach sechs Wochen informierte H. die Jagdbehörde. Die prüft nun die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens, so Kreisdezernentin Christel Wemheuer (Grüne).

Auch dem Göttinger Tageblatt gegenüber, das die drei Revierpächter, in deren Revier die Grenze zum Nachbarn fachgerecht verstänkert war, befragen wollte, verharrten die drei Anpächter in Schweigen.
Eine merkwürdige Antwort kam dagegen vom Vorsitzenden der Realgemeinde, Vater eines der Pächter. Der Duftzaun habe vor "krankgeschossenem Wild aus dem Nachbarrevier" schützen sollen. Inzwischen empört der Kilometer lange Duftzaun selbst die Landesjägerschaft Niedersachsens. Das Verstänkerungsmittel, so der Vorsitzende der Realgemeinschaft, sei entfernt worden. Dem widerspricht aber der verstänkerte Reviernachbar. Peter Bußmann