Home News Rettungsaktion verursacht massive Hetze

Rettungsaktion verursacht massive Hetze

Ungefähr so groß war auch die Fähe, die gefunden wurde (Symbolbild).


Ende Mai fand eine Frau im Süden Brandenburgs einen dehydrierten Fuchswelpen und suchte über das Internet nach jemanden, der diesen aufpäppelt. Eine Jägerin und Jagdhundezüchterin entschied sich den verwaisten Fuchs aufzupäppeln. Im Gespräch mit der Redaktion erzählt sie, dass der Fuchs völlig unterernährt, dehydriert und mit einer kleinen Wunde, die bereits voller Fliegeneier war, zu ihr kam. Obwohl die Überlebenschancen ziemlich schlecht waren, schaffte es die kleine Fähe und gedeiht seither prächtig. Die Jägerin setzte den Fuchs nach einigen Tagen bei sich zuhause in ein separates Gehege in der Schliefenanlage um, welche sie als Hundeobfrau betreut. Die Fuchsgehege in der Schliefenanlage sind vom Veterinäramt genehmigt und werden regelmäßig kontrolliert. Mit der Finderin blieb die Jägerin in Kontakt und bot dieser auch an, ihr die Schliefenanlage zu zeigen.

Hetze über das Internet

Doch in den Augen der Tierschützer beginnt mit der Umsiedlung der kleinen Fähe eine Qual. Die Finderin hatte Wildtierschützer und die Vereine „Aktionsbündnis Fuchs“ sowie „Wir Füchse“ alarmiert, die daraufhin über das Internet massiv Stimmung gegen die Jägerin machen. Zudem ist eine Petition online, um „Foxi“ – so wurde das kleine Füchslein mittlerweile getauft – aus „den Fängen der Schliefenmeisterin“ zu befreien. Aus Angst vor militanten Anschlägen gegen die Schliefenanlage und sich selbst, entschied sich die Jägerin dazu, den Fuchs an eine Wildtierauffangstation aus Oranienburg (Landkreis Oberhavel, Brandenburg) abzugeben. Diese planen das Tier weiter aufziehen und dann auszuwildern. Obwohl der Fuchs nun nicht mehr bei der Jägerin lebt, ist die Petition noch weiterhin im Netz zu finden. Gegen die Finderin wurde wegen übler Nachrede Anzeige erstattet .


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
Thumbnail