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Remmels Katzenjammer

Eine Hauskatze im Wald: Vogelschützer wissen, welche Schäden "Freigänger" anrichten. Foto: Ingo Rothe © Ingo Rothe

Eigentlich möchte man meinen, dass bedrohte Tierarten wie Bodenbrüter Schutz vor freilebenden Haustieren verdienen. Jedoch werden letztere nun durch den Entwurf einer entsprechenden Verordnung patronisiert. Zu Beginn macht Remmel zwar klar, dass die Ordnungsämter den unkontrollierten freien Auslauf von fortpflanzungsfähigen Samtpfoten untersagen können. Dies aber nur, wenn dadurch „erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden bei dem im betroffenen Gebiet lebenden Freigängern verhütet werden“. Dazu müssten die Ordnungsämter zunächst alle Streuner zählen und deren Gesundheitszustand prüfen. Hilfe bekämen sie dabei von "Tierschützern vor Ort". Da diese sich um die Fütterung herrenloser Katzen kümmern würden, könnten sie die Lage „realistisch einschätzen“. Wie fit ein einzelnes Tier ist, spielt übrigens keine Rolle. Erst wenn mehrere „erheblich“ erkrankt sind, wird gehandelt. Das heißt: einfangen, kastrieren und wieder freilassen. Unabhängig davon werden die Behörden zusätzlich ermächtigt, eine generelle Registrierungs- und Kastrationspflicht einführen zu können.
In einer Pressemitteilung hält der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Rainer Deppe, Remmels Vorhaben für einen „verspäteten Aprilscherz“. Unabhängig von einer fehlenden Problemlösung zum Schutz bedrohter Arten vor freilebenden Hauskatzen, kritisiert er die zusätzliche Belastung für die Kommunen. Diese hätten für solch eine Zählung weder die Zeit, noch das nötige Personal. Aufgrund der aktuellen Situation seien die Städte und Gemeinden durch andere Aufgaben bereits überbelastet.
BS

Die Katzen-Verordnung im Wortlaut.