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Rekordriss trotz Elektrozaun

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Samstag, 29.08.2015 - 02:10
Schaftage: Im "Noch-nicht-Wolfsland" Nordrhein-Westfalen hofft man noch auf Schutz durch Elektrozäune. Foto: P. Dahm © P. Dahm
Schaftage: Im "Noch-nicht-Wolfsland" Nordrhein-Westfalen hofft man noch auf Schutz durch Elektrozäune. Foto: P. Dahm

Insgesamt 17 Schafe bei einem einzigen Angriff gehen auf Isegrims Konto. Elf der Tiere seien bereits tot gewesen als deren Besitzer den Übergriff auf einer Weide bei Cunnewitz (Kreis Bautzen) feststellte, sagte Kreissprecher Gernot Schweitzer im Gespräch mit der Redaktion. Zwei weitere schwer verletzte Schafe habe ein Veterinär einschläfern müssen. Wiederum zwei wurden verwundet, die übrigen Tiere vermisst. Als gesichert gelte der Wolf als Verursacher. Bei dieser Anzahl von Rissen sei es nur logisch, dass es mehrere Angreifer gewesen seinen müssen, schlussfolgerte Schweitzer. Er bestätigte, dass „der Elektrozaun allen Anforderungen für eine Förderung genügt hat.“ Deshalb könne der Schäfer auch seinen Anspruch auf eine Entschädigungszahlung geltend machen.
Aus dem Umfeld des betroffenen Schafhalters ist zu erfahren, dass er versuche sich bestmöglich dem ganzen Trubel zu entziehen. Die Zahlungen scheinen dabei für ihn nebensächlich zu sein, heißt es. Wieder einmal zeigt dieser Vorfall mit welchen Belastungen Nutztierhaltern durch die Wolfsrisse konfrontiert werden.
Ebenfalls am Dienstag starteten in Nordrhein-Westfalen (NRW) die Schaftage der Landwirtschaftskammer. Ein Schwerpunkt der Veranstaltung widmete sich dem Thema Zaunbau und -systeme. Auf dem Programm standen dabei auch praktische Lösungen zur Abwehr von Wölfen und Kurzvorträge zum Schutz von Schafherden. Während die Wölfe in Sachsen um die Jahrtausendwende dauerhaft zurückkehrten, steht es NRW erst davor. Vorbereitung heißt das Gebot der Stunde.
Einen hundertprozentigen Herdenschutz durch Technik gibt es dennoch nicht – wie der Übergriff in Sachsen beweist.
MH