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Der Reinhardswald-Wolf ist tot

Der Wolf aus dem Reinhardswald, 2006 gesichtet, 2008 fotografiert und 2011 verendet aufgefunden. Foto: Jochen Doerbecker © Jochen Doerbecker

"Die Überreste wurden für eine eingehende veterinärmedizinische Untersuchung geborgen", so ein Ministeriumssprecher. Bisher wird eine Gewalteinwirkung als Todesursache ausgeschlossen. Dennoch befand sich der Wolf "im besten Mannesalter", so Forstamtsleiter Dr. Norbert Teuwsen. Er vermutet einen Verkehrsunfall als Todesursache.
Die erste Sichtung von Isegrim fand 2006 westlich von Reinhardshagen im hessischen Weserbergland statt. Fotografisch wurde 2008 (jagderleben.de berichtete hier und hier) seine Existenz untermauert. Seit jenem Jahr kam es zu 76 weiteren Sichtungen des allein Umherstreifenden rund um das ausgedehnte Waldgebiet in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
Dem Rüden werden in den letzten fünf Jahren verschiedene Risse zugeordnet: ein Zwerg-Zebukalb, 76 Schafen, zwei Ziegen, vier Stück Rotwild und ein Reh. Das letzte Lebenszeichen des Wolfes ist Mitte Februar dieses Jahres registriert worden, als man den Wolf heulen gehört hatte.
Das Land Hessen begrüßte die Anwesenheit des Wolfes von dem angenommen wird, dass er aus Sachsen oder Westpolen zugewandert ist. Gestütz wird diese Annahme aufgenetische Untersuchungen von Kotproben und einem Haarbüschel.
Das hessische Umweltministerium geht nun davon aus, dass durch die sich vergrößernden Wolfspopulationen in Ostdeutschland neue Gebiete durch abwandernde Jungwölfe besiedelt werden könnten. Somit ist es heute nicht mehr völlig abwegig, eventuell wieder einen Wolf im Reinhardswald beobachten zu können. BO