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Reichholf-Thesenhaben Folgen

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Dienstag, 09.10.2012 - 17:34
Reichholf bei einem Vortrag des BJV. Foto: JMB © JMB
Reichholf bei einem Vortrag des BJV. Foto: JMB

Der Zoologe und Buchautor erachtet das derzeitige Jagdsystem als – so wörtlich – "Relikt aus der Feudalzeit". Ebenso findet er, dass ausufernde Schalenwildbestände ein "hausgemachtes Problem" der Jägerschaft seien, womit auf Hegemaßnahmen wie die Winterfütterung angespielt wird. Damit würden die Bestände künstlich hochgehalten. Außerdem hätte ein Jagdverzicht laut Reichholf ökologische Vorteile: Seltene Tierarten wie Hase und Rebhuhn würden profitieren.
Diese stark vereinfachenden Thesen werden von Fachleuten heftig kritisiert. Doch jetzt ließ sich erstmals eine Konservative davon beeindrucken. Die stellvertretende Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Speyer, Silvia Hoffmann, machte vor dem städtischen Umweltausschuss Werbung für die Jagdunterlassung auf stadteigenen Flächen. Sie bezieht sich dabei explizit auf Reichholfs Thesen, die er zuletzt in der Sendung "Reiss & Leute" des Südwestrundfunks (SWR) und in einem Interview mit dem "Spiegel" äußerte.
In Jägerkreisen sorgt Reichholf, der auch schon zu Diskussionsrunden beim Bayerischen Jagdverband (BJV) geladen war, mit seiner Einstellung für Irritationen. Zumal er als offizieller Botschafter der Deutschen Wildtierstiftung fungiert. Diese wiederum sieht sich laut ihres Internetauftritts als Partner des BJV und des Landesjagdverbandes Hessen. Stellt sich die Frage, ob Reichholf der Falsche Botschafter für die Stiftung ist, oder die Stiftung der falsche Partner für die Jägerschaft.
RJE


Den Filmbeitrag des SWR finden Sie hier.

Das Spiegel-Interview finden Sie hier.