Home News Rehwildjagd bald auf dem größten Friedhof der Schweiz?

Rehwildjagd bald auf dem größten Friedhof der Schweiz?

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Freitag, 12.06.2020 - 07:48
Rehbock-Friedhof © Alexander - stock.adobe.com
Die Rehwildpopulation habe in den letzten Jahren auf dem Friedhof stark zugenommen.

Die Basler Tageszeitung „bz“ hat in der Vergangenheit immer wieder über eine mögliche Bejagung von Rehwild auf dem Friedhof am Hörnli (Riehen, Schweiz) berichtet. Der Leiter der Stadtgärtnerei Basel, Emanuel Trueb, habe dafür bereits Kritik einstecken müssen. Gegenüber der Redaktion gibt Trueb an, dass auf dem Friedhof die Wilddichte dreimal höher sei, als in angrenzenden Wäldern. Als Äsung bevorzuge das Rehwild nicht nur die Grabbepflanzung, sondern auch den sonstigen Bodenbewuchs. Dadurch seien mittlerweile kahle Stellen entstanden sowie ein hoher Sachschaden. Ebenso haben die Rehe, laut dem Leiter der Stadtgärtnerei, bereits ihr natürliches Verhalten verändert und seien gegenüber Menschen zutraulich geworden.

Zur Bejagung auf dem Friedhof – also einem befriedeten Bezirk – ist eine Sonderbewilligung nötig. Diese wurde auch erteilt, erzählt Trueb. Jedoch haben daraufhin verschiedene Tierschutzorganisationen rechtliche Schritte gegen das Vorhaben eingeleitet. Ein Rechtsanwalt solle nun prüfen, ob die erteilte Bewilligung rechtens ist. „Bis dahin machen wir erst mal gar nichts“, so der Emanuel Trueb weiter.

Vergrämung blieb bislang erfolglos

Seit nun 12 Jahren beschäftigt sich die Stadtgärtnerei mit der Rehwildproblematik. Eine Umzäunung oder Vergrämungsmaßnahmen, mit beispielsweise Buttersäure oder Schafwolle, haben bislang keinen entscheidenden Erfolg gebracht. Daher sieht Emanuel Trueb keinen anderen Ausweg als den Rehwildbestand einzudämmen. Ähnliche Herausforderungen mit anderen Wildtieren hat der Friedhof nicht. Hin und wieder merke man die Anwesenheit von Dachsen oder Wildschweinen. Dies sei aber in einem erträglichem Ausmaß.


Kommentare