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Rehen drohte Erstickungstod

Halsband-Sender liefern zwar wertvolle Daten, können Wildtiere aber auch beeinträchtigen (hier ein alternatives Modell zu den defekten Bändern). Foto: NPBW © NPBW

Die Kitze waren im Rahmen einer vom schweizerischen Bundesamt für Umwelt (BAFU) unterstützten Feldstudie der Universität Zürich im Frühsommer mit Halsbandsendern ausgestattet worden. Da sich diese nicht wie vorgesehen ausweiteten und der wachsenden Halsgröße anpassten, drohten die Tiere mit der Zeit zu ersticken und einzugehen.
Die Feldstudie soll das Verhalten der Rehe in Anwesenheit von Luchsen untersuchen. Daher wurden 2011 und 2012 insgesamt 99 Rehe mit Halsbandsendern versehen. Im Frühsommer 2013 wurden weitere 46 Rehkitze mit dehnbaren Halsbandsendern ausgestattet. Mitte August wurde erkannt, dass sich die Halsbänder nicht ordnungsgemäß erweiterten. Die Universität Zürich, BAFU und das Jagdinspektorat mit der Wildhut des Kantons Bern reagierten: Alle besenderten Tiere wurden gesucht und beobachtet, um die Halsbänder zu beurteilen. Die fraglichen Halsbänder bestehen (anders als das hier abgebildete) aus Stoff und werden den Rehkitzen über den Kopf gestreift. Sie besitzen zwei Abnäher, deren Fäden sich mit der Zeit auflösen sollen, um so die Halsbänder in zwei Stufen auf grössere Weiten zu öffnen.
Insgesamt trugen 30 Tiere solche defekten Halsbänder, bei sechs hatten sie sich geöffnet. Da die Kitze weder eingefangen noch betäubt werden konnten, wurden bisher 18 Tiere durch die Wildhut erlegt.
BHA