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Rehe in Seenot

Seenotretter Ralf Jüttner mit dem vor Norddeich geretteten Rehbock. Foto: DGzRS © DGzRS

Die Norderneyer Kameraden der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) wurden von der Besatzung des Fährschiffs „Frisa II“ über das Reh in Seenot informiert. Es befand sich im Fahrwasser vor Norddeich und kämpfte laut den Seenotrettern sichtlich ums Überleben. Mit einem Tochterboot näherten sich die Helfer dem jungen Bock. Einer der Männer ging dann in einem Überlebensanzug ins Wasser, griff sich das Tier und trug es über die Bergungspforte an Bord. „Es zitterte am ganzen Körper, war aber sonst völlig ruhig. Man konnte spüren, dass es über unsere Hilfe froh war“, berichtete der Seenotretter Ralf Jüttner.
In Norddeich nahm der Wattenjagdaufseher Joachim Eilts den ungeraden Sechser in Empfang. Auf einem Hof eines Bekannten legten sie den Bock unter eine Wärmelampe. „Der hat sich ziemlich schnell erholt. Abends haben wir ihn wieder freigelassen“, sagte Eilts im Gespräch mit jagderleben. Es sei kein seltenes Phänomen, dass junge Böcke bei Revierkämpfen den Ausweg ins Watt suchten. Manchmal hätten sie dann wohl aufgrund von Schaulustigen am Festland Angst wieder zurück zu wechseln. Acht Stück Fallwild wurden im vergangenen Jagdjahr in diesem Bereich aus der Nordsee geborgen.
Reh Nummer 2 an diesem Tag ließ nicht lange auf sich warten. Einige Stunden nach dem ersten Vorfall meldeten Passanten im Norddeicher Hafenbecken ein regloses Tier. Für dieses kam jedoch jede Hilfe zu spät, die Feuerwehr barg den Kadaver.


Wissenswertes zu den Seenotrettern

Die "Johann Fidi": Mit diesem Boot wurde auch der Bock gerettet. Foto: DGzRS © DGzRS

Die "Johann Fidi": Mit diesem Boot wurde auch der Bock gerettet. Foto: DGzRS

Sie sind rund um die Uhr im Einsatz, sie fahren oft gerade dann raus auf die Nord- und Ostsee, wenn alle anderen Schiffe im Hafen Schutz suchen. Mehr als 2.000 Mal rücken sie Jahr für Jahr aus. Allein im vergangenen Jahr haben sie 718 Menschen gerettet. Die allermeisten der rund 1.000 Seenotretter sind ehrenamtlich tätig. Zwischen der Insel Borkum im Westen und der Pommerschen Bucht im Osten befinden sich 60 Rettungseinheiten auf 54 Stationen, ausgestattet mit 60 Seenotkreuzer und Rettungsbooten. Koordiniert werden ihre Einsätze von der Seenotleitung Bremen. Das Beeindruckende: Finanziert wird das Ganze ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen, also Spenden. Mehr Infos zu den Seenotrettern finden sie hier: www.seenotretter.de.
BS/PM