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Reh nicht erkannt: Frau klagt nach nicht bestandener Jägerprüfung

rehwild-Sprung-Winter © sindler1 - stock.adobe.com
Die Unterscheidung von Rehwild im Winter wurde ebenfalls geprüft.

„Rehwilddecken Sommer/ Winter nicht erkannt. […] Rehwild anhand Bildern nicht erkannt. […] Jungfuchslebensweise Geburt/Tragzeit – nichts! Specht nicht erkannt.“ – so stand es im Protokoll der mündlich-praktischen Jägerprüfung einer jungen Frau. Die 2001 geborene Jagdscheinanwärterin hatte im Zeitraum vom November 2017 bis April 2018 an der Jungjägerprüfung teilgenommen. Weil sie das Nichtbestehen der Prüfung nicht akzeptieren wollte, reichte die Frau Klage am Verwaltungsgericht Göttingen ein.

Klägerin bemängelte Prüfungsprotokoll

In der schriftlichen und mündlich-praktischen Prüfung im Fachgebiet 1 „Dem Jagdrecht unterliegende und andere freilebende Tiere“ erreichte die Jagdscheinanwärterin eine Durchschnittsnote von 4,5, „wobei der mündlich-praktische Teil mit der Note 5 bewertet wurde“, so das Gericht. Da der Schnitt im Fachbereich 1 mit einer schlechteren Note als ausreichend bewertet wurde und dem Fachbereich zudem ein besonders hoher Stellenwert eingeräumt werde, führte dies gem. § 9 Abs. 2 Nr. 1 der Verordnung über die Jäger- und Falknerprüfung (Jäg/FalkPrV ND) zum Nichtbestehen der Jägerprüfung.

Die Frau begründete ihre Klage gegen diese Entscheidung damit, dass der Bescheid über das Nichtbestehen der Prüfung rechtswidrig sei. Sie gab vor Gericht an, dass, nachdem ihr mündlich bekannt gegeben worden war, dass sie durch das Fachgebiet gefallen sei, sie über ihren Vater versucht hatte, das Prüfungsprotokoll über das nichtbestandene Fachgebiet einzusehen. Zu diesem Zeitpunkt hätte es jedoch noch nicht vorgelegen, es wurde erst 45 Minuten später angefertigt.

Prüfer sagten vor Gericht aus

Mit ihrer Klage wollte die Jagdscheinanwärterin erreichen, dass sie die Prüfung wiederholen darf. Dies lehnte das Verwaltungsgericht ab. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass die „Bewertung der mündlich-praktischen Prüfung im Fachgebiet 1 nicht infolge eines fehlerhaften Prüfungsverfahrens zustande gekommen“ sei. Zudem sei ein Verfahrensfehler auch nicht in der Niederschrift in Stichpunkten oder aus der Zusammenfassung von Ergebnissen zu erkennen.

Die Prüfer sagten als Zeugen vor Gericht aus. Sie gaben glaubhaft wieder, dass die im Protokoll aufgeführten Mängel zum Erkennen von Rehwild, sowohl anhand der Decken als über Bilder, wie auch zum Specht und Jungfuchs tatsächlich so festgestellt worden waren. Die Frau kann noch Berufung gegen diese Entscheidung einlegen.

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