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Regierung will mehr Tests

Hirsche im Wintergatter: Es gibt bisher keinen Beweis, dass Rotwild der Seuchen-Überträger ist. Foto: BS © BS

Der Landkreis Oberallgäu gilt als besonders betroffen. Bis zum 4. März testete man laut eigenen Angaben 714 Rinder haltende Betriebe. Dabei wurden in 146 Betrieben Infektionen mit der Rindertuberkulose (Mykobacterium caprae) festgestellt. Weil fast ausschließlich einzelne Tiere (insgesamt 354) betroffen sind, müsse davon ausgegangen werden, dass sich die Rinder außerhalb der Betriebe infiziert haben.
Beim Rotwild konnte bis jetzt bei 18 Tieren der gleiche Erreger gefunden werden. Mittlerweile wurden 471 Stücke untersucht. Die Infektionsdichte lege im Bereich Oberstdorf am höchsten: "In einem der südlichsten Untersuchungsgebiete beträgt die Durchseuchung sogar 17 Prozent", so Andreas Kaenders, Pressesprecher des Kreises gegenüber der Redaktion. In dem Gespräch machte Kaenders aber deutlich, dass ein Zusammenhang zwischen erkranktem Rotwild und infiziertem Vieh als nicht bewiesen gilt. Dennoch genehmigte man "tierseuchenrechtliche Entnahmen" von mehreren Stücken in verschiedenen Wintergattern. Wie viele es waren, konnte nicht gesagt werden.
Die TBC-Untersuchungen werden im Rahmen eines EU-Projekts seit 2011 bei Wildtieren im Alpenraum durchgeführt. Ab April 2013 übernimmt diese Aufgabe das Land. In den nächsten Monaten will der Freistaat alle Rinder, die älter als zwölf Monate sind, in sämtlichen Landkreisen von Lindau bis zum Berchtesgadener Land auf Tuberkulose untersuchen. Kurzfristig sollen 1.000 Tiere in den elf Alpenlandkreisen getestet werden.
BS