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Die einen reden, andere wollen handeln

Medienwirksam haben die Schäfer ihre toten Tiere präsentiert. Foto: dpa


Zur Jahreszeit angemessen haben sich Schäfer aus Niedersachsen auf einem Weihnachtsmarkt in der Landeshauptstadt versammelt. Neben Plakaten und Spruchbändern hatten sie auch einige gerissene Schafe und Gatterwild im Gepäck. Nach Auffassung der Demonstranten zögert die Politik zu lange, wenn es darum geht, den Wölfen in ihrer Ausbreitung und ihrem Hunger Einhalt zu gebieten.

Diesbezüglich gab es nun eine "Dringliche Anfrage" an das Umweltministerium. Doch die Antwort von Minister Wenzel dürfte für die Schäfer wenig zufriedenstellend sein. Dabei ging es auch um jenen Schafhalter, der Anfang Dezember bei mittlerweile vier Übergriffen dutzende Tiere verlor. Laut Wenzel sei das Flatterband, welches Isegrim vom Überspringen abhalten sollte, 20 Zentimeter zu weit vom Stromzaun entfernt aufgestellt worden und die beiden Herdenschutzhunde hätten sich noch nicht ausreichend an ihre 700 Schützlinge gewöhnen können. Ebenfalls müsste noch der DNS-Abgleich abgewartet werden, ob es sich überhaupt um Wölfe als Verursacher handele.

Einen Beitrag vom NDR zum Thema finden Sie hier.

 

Wolfsjagd-Experten werden eingesetzt

Unsere französischen Nachbarn schlagen indes aus Kostengründen andere Wege ein. In 60 Gemeinden der Departements Vôsges und Meurthe-et-Moselle haben die Präfekturen ab sofort die Jagd auf Wölfe freigegeben. Die Behörden begründen ihren Erlass damit, dass in den Jahren 2015 und 2016 fast 470 Weidetiere von Wölfen gerissen wurden. Zwar habe man die Halter entschädigt, doch scheinen nun die Kosten davonzulaufen. Auch Schutzmaßnahmen hätten bislang wenig gebracht.
Die Wölfe haben sich seit 2011 dort angesiedelt. Unterstützung erhalten die privaten Jäger und Tierhalter von der „Wolfs- Brigade“ des Amtes für Jagd und Wildtiere, die in ganz Frankreich dort einschreitet, wo Wölfe zur Gefahr werden. Massive Proteste gibt es stattdessen aus der Tierschutzszene, die „die Jagd mit allen Mitteln stören will“ , wie einer ihrer Vorsitzenden gegenüber der Presse kund tat. Darüber hinaus habe man vorm Verwaltungsgericht Nancy Klage eingereicht.
Günther Klahm/BS