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Rebhuhn in der Schweiz wohl ausgestorben

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Donnerstag, 11.06.2020 - 07:24
Rebhuhn-im-Feld © Erich Marek
Seit 2019 wurden in der Schweiz keine Rebhühner mehr gesichtet.

Bemühungen gab es einige, genützt haben sie wohl nichts: In der Schweiz ist das Rebhuhn im vergangenen Jahr allem Anschein nach ausgestorben. Wie die „Vogelwarte.ch“ in ihrem Zustandsbericht angibt, habe es im Jahr 2018 letztmalig die Beobachtung von zwei Brutpaaren gegeben. 2019 gelang eine Beobachtung nicht mehr. Mitte des 20. Jahrhunderts soll es in den Schweizer Ackerbaugebieten laut der Vogelwarte noch rund 10.000 Individuen gegeben haben, jedoch brach der Besatz in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts völlig zusammen.

Ab 1991 wurde die Vogelwarte daher durch das Bundesamt für Umwelt mit einem Förderungsprojekt beauftragt. Das erste Ziel war eine Wiederherstellung und ökologische Aufwertung der Lebensräume des Rebhuhns. Ab 1998 wurden dann in Klettgau die ersten Rebhühner wieder angesiedelt. 2002 bis 2004 wurde auf diese Weise ein Besatz von 15-20 Paaren erreicht. Nach dem dieser jedoch durch die Witterung wieder einbrach, wurden die Bemühungen in der Region eingestellt.

Hohe Prädatorendichte eine der Ursachen

Auch Versuche in den Jahren 2008 bis 2012, als man in der Champagne (Genf) rund 500 Rebhühner aussetzte, brachten nicht den gewünschten Erfolg. Nach einer kurzen Zunahme, konnte sich der Besatz nicht selbstständig halten. Die Vogelwarte vermutet neben der Kleinräumigkeit der Projektgebiete auch eine zu hohe Prädatorendichte als Ursache für den Misserfolg. Von einer Rückkehr gehen die Experten nicht aus. Laut der Deutschen Wildtierstiftung ist der Rebhuhn-Besatz europaweit seit 1980 um 94 Prozent zurückgegangen.


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