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Rätsel um Massensterben der Saigas gelöst

Saiga-Antilope in der kasachischen Steppe.


Im Mai 2015 waren innerhalb von nur wenigen Wochen waren rund 200.000 Saiga-Antilopen in der zentralkasachischen Steppe verendet. Wissenschaftler versuchten seitdem, die Ursache des Massensterbens herauszufinden. Nun wurden in „Science Advances“ die Ergebnisse veröffentlicht. Diese zeigen, dass eine ungünstige Kombination von Faktoren der Wegbereiter für eine Bakterieninfektion war, die das Massensterben auslöste. „Die jetzt vorliegenden Ergebnisse lösen nicht nur ein Rätsel, sondern helfen uns auch hoffentlich, den Schutz der Saigas zu verbessern“, sagt Steffen Zuther, der Projektleiter der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt.

Witterung verantwortlich für tödliche Wirkung

Der eigentliche Verursacher des Massensterbens war schnell identifiziert: das Bakterium Pasteurella multocida. Dieses produziert ein Gift, das extrem schnell die Organe der Tiere angreift, sodass diese innerhalb weniger Stunden sterben. Das Bakterium kommt natürlicherweise in den Atemwegen der Saigas vor. Was also war der Auslöser, der aus dem bis dato harmlosen Bakterium eine tödliche Gefahr machte? Überdurchschnittlich hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit in den Tagen vorher waren die auslösenden Faktoren. Die jüngste Geschichte der Art deutet darauf hin, dass es häufiger zu derartigen Massensterben kommt, was die Art möglicherweise anfälliger für ein völliges Aussterben macht. „In Anbetracht all dieser Bedrohungen ist es denkbar, dass ein erneutes Massensterben die Saiga-Population auf ein Niveau dezimieren könnte, von dem aus eine Erholung der Art unmöglich wird. Nur wenn wir auf lange Sicht große Bestände haben, kann die Saiga-Antilope auf Dauer überleben“, sagt Steffen Zuther. PM


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