Home News Problemwolf: Todesdrohungen gegen Verantwortliche

Problemwolf: Todesdrohungen gegen Verantwortliche

Wolf-Augen-im-dunkeln © byrdyak - stock.adobe.com
In Niedersachsen fallen „Wolfsbefürworter“ immer wieder negativ auf.

Die Diskussion rund um die Jagd auf den Rodewalder Problemwolf „GW717“ in Niedersachsen reißen nicht ab und erreichen nun einen neuen „Höhepunkt“. Wie ein Sprecher vom Umweltministerium gegenüber der Redaktion berichtet, sei mit einer Fotomontage nun eine Schwelle erreicht, die nicht mehr tolerierbar sei. Auf dem Bild, welches im Internet verbreitet wurde, sei das Konzentrationslager Auschwitz zu sehen, vor dem ein Wolf montiert wurde. Auf dem Kopf des Wolfes zeige ein Rotpunkt. Im oberen Teil des Fotos würde „Jagd macht frei“ in Anlehnung an den Satz "Arbeit macht frei" stehen und im unteren „Holocaust in unseren Wäldern“.

Fotomontage richtet sich nicht nur an Lies

Das Umweltministerium prangert den „menschen- und opferverachtenden“ Umstand mit einer solchen Fotomontage an. Drohungen und Beleidigungen von Politikern gehören in Deutschland mittlerweile fast schon zum traurigen Alltag. Die Fotomontage richtet sich in diesem Fall jedoch vermutlich nicht nur an Umweltminister Olaf Lies, welcher sich für den Abschuss des Problemwolfs stark macht, sondern an alle Personen, die an der Jagd auf „GW717“ beteiligt sind. Niedersachsen bereitet derzeit eine Wolfsverordnung vor, die zur Entnahme von Problemwölfen auch Jäger einbinden soll. Die neue Verordnung soll die veränderte Rahmenbedingungen, die das geänderte Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) festlegt, berücksichtigen. Der Bund muss jedoch noch das neue BNatschG verabschieden, ehe die niedersächsischen Wolfsverordnung in die Verbandsbeteiligung gehen kann.

Immer wieder Behinderungen bei der Jagd auf den Problemwolf

In der Vergangenheit gab es immer wieder, zum Teil auch namentliche, Bedrohungen von ortsansässigen oder involvierten Politikern, Jägern, Wolfsberatern sowie Polizisten. Die „Wolfsbefürworter-Szene“ in Niedersachsen versucht immer wieder die Bemühungen rund um die Jagd auf den Problemwolf mit Waldspaziergängen, Mahnfeuern und ähnlichen Aktionen zu behindern. Aber der nun gezogene Zusammenhang zwischen der NS-Zeit und der Wolfsjagd sei nicht hinnehmbar, so der Sprecher des Umweltministeriums. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung zitierte Olaf Lies dazu folgendermaßen: "Einfach nur geschmacklos und geradezu entsetzlich, wie selbst ernannte Wolfsschützer mit dem Schicksal von über einer Million Menschen umgehen, die in Auschwitz ihr Leben gelassen haben." Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.


Kathrin Führes
geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
Thumbnail