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Problemwolf: Strafantrag gegen Umweltministerin Priska Hinz

Wolf-vor-Schafsherde © agrarmotive - stock.adobe.com
Die Problemwölfin soll für mindestens 28 Nutztierrisse verantwortlich sein.

Schon seit längerem bereitet die Stölzinger Wölfin den Nutztierhaltern in Hessen Kopfschmerzen. Sie soll für 28 Nutztierrisse verantwortlich sein und bei ihren Beutezügen auch Elektrozäune, die zur Wolfsabwehr aufgestellt worden waren, überwunden haben. Tierhalter fordern daher den Abschuss der Problemwölfin.

Einem Tierhalter aus Hessen reicht es jetzt. Wie sein Anwalt gegenüber der Redaktion mitteilte, hat der Mann nun bei der Staatsanwalt Wiesbaden einen Strafantrag gegen Umweltministerin Priska Hinz gestellt. Er wirft der Ministerin vor, gegen §1 des Tierschutzgesetzes verstoßen zu haben. „Frau Hinz hat es anhaltend unterlassen, erforderliche Maßnahmen gegen die grausame Tötung von Weidetieren durch Wölfe zu ergreifen“, so die juristische Vertretung des geschädigten Nutzviehhalters. Da Priska Hinz aufgrund ihres Amtes eine „Garantenstellung im Hinblick auf den Tierschutz“ innehabe, sei die Unterlassung besonders schwerwiegend. Obwohl die Landwirtschaftsministerin von den Problemen, die durch die Stölzinger Wölfin ausgehen, wisse, habe sie nichts unternommen. Auch ein persönlicher übergebener Antrag zur Entnahme vom 10. Dezember 2019 wurde laut des Anwaltes nicht weiter beachtet. Der Tierhalter bzw. sein Anwalt argumentieren weiter, dass die Wölfin gelernt habe, wolfssichere Zäune zu überspringen und eine Weitergabe dieses „Fehlverhaltens“ an potentiellen Nachwuchs durch eine „unverzügliche Entnahme“ dringend unterbunden werden muss.

Ministerium nimmt Strafantrag zur Kenntnis

Auf Nachfrage der Redaktion gab eine Sprecherin von Priska Hinz an, dass derzeit sich alle Bemühungen darauf richten, eine Wiederholung von Schäden durch die Wölfin zu verhindern und die Betroffenen zu unterstützen. Dafür habe man bereits Anfang des Jahres die Herdenschutz-Grundförderung flächendeckend in ganz Hessen erhöht. Das Land werde darüberhinaus Weidetierhalter mit zusätzlichen Mitteln für weitergehenden Schutz unterstützen. Zudem arbeite man an der Weiterentwicklung des Wolfsmanagementplans. Den Strafantrag hat das Ministerium zur Kenntnis genommen, so die Sprecherin weiter. 


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