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Problemwolf: Schleswig-Holstein ermöglicht Jägern den Abschuss

Jäger in Schleswig-Holstein dürfen Jagd auf den Problemwolf machen. © RobertNyholm - stock.adobe.com / Erich Marek
Jäger in Schleswig-Holstein dürfen Jagd auf den Problemwolf machen.

Neun Monate nach Inkrafttreten der Ausnahmegenehmigung zur Entnahme des Problemwolfs „GW 924m“ werden nun Jäger in die Erlegung des Wolfes miteinbezogen. Nachdem Suche und Abschuss bisher nicht erfolgreich waren, ist heute eine Allgemeinverfügung in Kraft getreten, die ansässigen Jägern Möglichkeiten einräumt. Bereits im August hatte Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan-Philipp Albrecht dies angekündigt. Die Ausnahmegenehmigung bezieht sich auf die Kreise Steinburg, Pinneberg und Segeberg. Es ist vorgeschrieben, dass bei jeder Schussabgabe auf den Wolf eine Nachsuche zwingend, unter Einbeziehung des Wolfsmanagement Schleswig Holstein, durchgeführt werden muss. Des Weiteren verfällt die Ausnahmegenehmigung sofort, wenn ein weiterer Wolf in dem entsprechenden Gebiet nachgewiesen wird. Die Abschussgenehmigung gilt befristet bis zum 31.12.2019.

Ständige Erreichbarkeit vorgeschrieben

Die örtlichen Jäger müssen, um den Wolf erlegen zu dürfen, folgende Auflagen erfüllen: Es muss eine Mailadresse hinterlegt werden, auf die der Jäger jederzeit von einem Smartphone zugreifen kann. Während der „Entnahmebemühungen“ muss der Jagdausübungsberechtigte jederzeit gewährleisten ausreichend Empfang – auch zum Versenden von E-Mails – zu haben, um erreichbar zu sein. Nach erfolgreichem Abschuss muss das Landesamt für Umwelt umgehend informiert werden, der erlegte Wolf ist dem Amt nach der Erlegung zu übergeben.

Landesjagdverband unzufrieden

Wie der Landesjagdverband in einer Pressemitteilung bekannt gab, sind die Jäger mit dieser Regelung nicht zufrieden. Die Ausnahmeregelung greife demnach zu kurz. „Ohnehin war die Einbindung des Verbandes und der Jägerschaft im Vorfeld nicht ausreichend“, erklärt Wolfgang Heins, Präsident des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein. „Wenn wir helfen sollen, dann auch zu unseren Bedingungen!“. Der Verband der Jägerinnen und Jäger fordert die Einbeziehung aller örtlichen Jagdscheininhaber, die Zusicherung von Rechtssicherheit sowie die finanzielle Freistellung bei eventuellen Klage- bzw. Strafrechtsverfahren im Sinne eines umfassenden Rechtsschutzes. Zusätzlich sei absolute Anonymität für die Jägerinnen und Jäger unverzichtbar. „Wozu soll es gut sein, im Erfolgsfall den Ort und den Namen des Erlegers aktenkundig zu machen? Hauptsache ist doch, dass das Problem gelöst ist!“, so Wolfgang Heins weiter.


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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