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Problemwolf: Erste Abschussgenehmigung für Wolf in Bayern erteilt

Kathrin Führes © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Montag, 17.01.2022 - 11:07
Wolf-bei-Riss © Nicolette Wollentin - stock.adobe.com
In Bayern soll nun erstmals ein Wolf entnommen werden.

Mit einer Ausnahmegenehmigung wird nun der Abschuss eines männlichen Wolfes in Bayern erlaubt. Das gab jetzt die Regierung von Oberbayern bekannt. Der Wolf ist für mehrere verletzte bzw. tote Tiere in den Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein und Rosenheim verantwortlich. Überwiegend kam es dabei zu Rissen in Siedlungsnähe, so die Oberbayerische Regierung. Eine Expertenkommission befürchtet, nach Gesamtbetrachtung der Ereignisse, dass es unter Umständen zu gefährlichen Begegnungen und Konflikten mit Menschen kommen könnte, da sich der Wolf wiederholt in der Nähe von Häusern aufgehalten hatte. Man geht davon aus, dass das Tier die Nähe zu Siedlungsstrukturen sucht.

Landwirtschaft begrüßt Entscheidung

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, die schon im Vorfeld eine Entnahme gefordert hatte, sagte zu der Entscheidung: „Man muss ein Raubtier, das übergriffig geworden ist und ganz offensichtlich seine Scheu verloren hat, auch mal entnehmen. Bei diesem Wolf, der in Südostoberbayern immer näher an die Siedlungen herangekommen ist, war das dringend notwendig.“

Auch der Bayerische Bauernverband (BBV) begrüßt die Entscheidung. „Die Umweltverbände bitte ich, die Entscheidung zu akzeptieren und nicht durch Klagen unnötig zu verzögern. Durch die Entnahme eines Problemwolfes wird kein Bestand gefährdet, aber die Sicherheit der Menschen vor Ort und auf den Betrieben gewährleistet“, äußerte sich BBV-Umweltpräsident Stefan Köhler gegenüber dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt (BLW).

Bund Naturschutz will Klage prüfen

Ein Sprecher der Grünen bezweifelt hingegen, dass ein Abschuss rechtssicher sei. „Aus meiner persönlichen Sicht ist der Abschuss dieses Wolfes weder nach Bundes- noch nach EU-Recht möglich“, so der Grünen-Politiker gegenüber dem BLW. Der Bund Naturschutz hatte bereits angekündigt, dass man eine Klage prüfen werde. Auch der Landesbund für Vogelschutz kritisierte die Abschussgenehmigung.

Die näheren Einzelheiten zur Abschussgenehmigung sollen nun durch eine Allgemeinverfügung bekannt gegeben werden. Nähere Informationen dazu in Kürze.


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