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Problemwolf: Diskussion über gerissene Tiere ist „unerträglich“

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Kathrin Führes
am
Samstag, 27.02.2021 - 07:00
Wolf-bei-Schafsherde © Tomas Hulik - stock.adobe.com
Problemwölfe würden oft ein Massaker auf Nutztierweiden anrichten.

Das Thema Wolf beschäftigt weiterhin Deutschland. Nun hat sich auch Prof. Dr. Klaus Hackländer von der Deutschen Wildtier Stiftung zum Thema zu Wort gemeldet. Wie der Wildbiologe erklärt, sei er beim Anblick der ersten Wolfsspuren im Schnee „fasziniert und von einer Art Ehrfurcht ergriffen“ gewesen. „Mein erster Gedanke war: Großartig! Er ist wieder da. Der zweite Gedanke drehte sich dann sofort um die Konflikte, die die Ankunft dieses großen Beutegreifers mit sich bringt“, gibt Hackländer an.

Überhebliche Beurteilung von Nutztierrissen

Speziell Problemwölfe würden häufig wahre „Massaker“ auf den Weiden anrichten. So sei es nicht verwunderlich, dass die Schafhalter, jetzt kurz vor der Geburt der Osterlämmer, in Angst vor den Wölfen seien. Prof. Dr. Hackländer kritisiert aber den Tenor in öffentlichen Diskussionen, welcher oft lapidar lautet: „Ausgleichszahlungen regeln das Problem schon.“ „Wie überheblich über gerissene, verstümmelte und verängstigte Haus- und Weidetiere geurteilt wird, ist zum Teil unerträglich“, so der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Wildtier Stiftung.

Fatale Folgen für den Naturschutz

Hohe Elektroschutzzäune würden nur bedingt helfen. Der Einsatz von Herdenschutzhunden sei in der Ausbildung aufwendig und in der Haltung kostenintensiv. Daher wäre es nicht verwunderlich, wenn immer mehr Nutztierhalter sich die Weidehaltung ihrer Tiere überlegen würden. „Das wäre für den Naturschutz fatal“, so Hackländer. Denn eine extensive Beweidung trägt wesentlich zur Artenvielfalt in Deutschland bei.

Töten einzelner Wölfe muss Teil des Managements sein

Auch den Abschuss von Problemwölfen sieht der Wildbiologe als Möglichkeit an. „Wir freuen uns, dass es wieder Wölfe in Deutschland gibt“, erläutert Hackländer. „Aber wir sind auch davon überzeugt, dass es ein funktionierendes Wolfsmanagement braucht, das auch das Töten von einzelnen Wölfen inkludiert.“ Nur so sei ein Zusammenleben von Mensch und Wolf auf lange Sicht möglich.


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