Home News Probleme trotz Saufang

Probleme trotz Saufang

Um vergleichbare Wildschweinfallen geht es auch im Nationalpark. Foto: MW


„Natur Natur sein lassen“ lautet die Philosophie des Parks. Dennoch geht es nicht ohne die Jagd. Um dem Schwarzwild und den damit verbundenen Schäden Herr zu werden, wird im Schutzgebiet auf „Spezialfallen“ zurückgegriffen (wir berichteten hier). Trotz Sondergenehmigung und erhöhtem Jagddruck scheint es den Verantwortlichen dennoch nicht zu gelingen, Wildschäden in den Ortschaften Waldhäuser und Guglöd deutlich zu reduzieren – obwohl die Saufänge offensichtlich effektiv sind. Im vergangenen Jagdjahr fingen die Jäger darin rund zwei Drittel der Gesamtstrecke. Das heißt, von 252 Stück wurden so 168 Tiere erlegt. „Rund 90 Prozent davon sind zu stark belastet (Höchstwert von 600 Becquerel Radiocäsium pro Kilogramm Wildbret überschritten, Anm. d. Redaktion) gewesen und mussten der Tierkörperbeseitigung zugeführt werden“, sagte Franz Baierl vom NP gegenüber jagderleben. Er gab zu, dass die Bejagung ein gewisser Widerspruch zur NP-Philosophie ist. Dennoch wies der Sachgebietsleiter darauf hin, dass in den Statuten des Parks die Bejagung vorgesehen sei, sobald Wildschäden überhandnehmen würden. Künftig werde man die Jagd deshalb intensivieren, weshalb auch zwei weitere mobile Saufänge zum Einsatz kommen werden. Eine Aufhebung der Schonzeit für Keiler und nichtführende Bachen sei beantragt, so Baierl abschließend.
MH