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Probleme für Hundeausbildung? Neue Hundeschutzverordnung in Kraft

Weimaraner-neben-Jaeger © 1tomm - stock.adobe.com
Bei der Ausbildung von Jagdhunden dürfen ab sofort keine „für den Hund schmerhaften Mittel“ verwendet werden.

Mit Verkündung im Bundesgesetzblatt ist nun die Änderung der Tierschutz-Hundeverordnung, welche unter Julia Klöckner auf den Weg gebracht worden war, in Kraft getreten. Neben dem Ausstellungsverbot für Hunde, die sogenannte Qualzuchtmerkmale aufweisen, gibt es auch Änderungen für die Haltung und Ausbildung von Hunden.

Mindestens vier Stunden pro Tag Umgangszeit mit Welpen

Züchter müssen ab sofort eine „eine ausreichende Sozialisation der Hundewelpen gegenüber dem Menschen und Artgenossen sowie eine Gewöhnung an Umweltreize gewährleisten.“ In gewerbsmäßigen Zuchten darf eine Betreuungsperson künftig maximal drei Würfe gleichzeitig betreuen und eine Mindestzeit von vier Stunden täglich im Umgang mit den Welpen muss sowohl bei privaten als auch gewerbsmäßigen Züchtern gewährleistet sein.

Auch eine Anbindehaltung ist in der Hundehaltung ab sofort untersagt. Bei der Gruppenhaltung muss jedem Hund ein Liegeplatz zur Verfügung stehen, sowie eine individuelle Fütterung und gesundheitliche Versorgung möglich sein. Es darf zudem keine unkontrollierte Vermehrung bei einer Gruppenhaltung stattfinden.

Außerdem ist es künftig verboten „bei der Ausbildung, bei der Erziehung oder beim Training von Hunden Stachelhalsbänder oder andere für die Hunde schmerzhafte Mittel zu verwenden.“

Hierzu könne laut des jagdkynologischen Arbeitskreises Bayern beispielsweise bereits ein kräftiger Ruck an der Leine zählen. Frank Wagner, Präsident des JKA Bayern, hatte Mitte August bei der Jahrestagung dazu gesagt: „Ausschließlich mit positiven Reizen aber ist die Ausbildung von Gebrauchshunden kaum machbar und unverantwortlich. Hunde für den Jagdgebrauch dienen dem Tierschutz auf der Jagd. Unsere Jagdhunde müssen diesen Tierschutz, aber auch Sicherheit für Mensch und Tier gewährleisten. Unverzichtbare Grundlage dafür ist der Gehorsam. Nur der gehorsame Hund ist im Jagdeinsatz zu verantworten.“ Positive Reize seien ein wichtiger Teil in der Ausbildung, dennoch müsse ein Fehlverhalten im Einzelfall auch korrigiert werden. Der JKA Bayern befürchtet, dass eine Ausbildung brauchbarere Jagdhund fortan nicht mehr möglich sein könnte.


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