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Pro und Contra von Bewirtschaftungsgebieten

am
Donnerstag, 20.03.2014 - 12:51
Jerg Hilt, Geschäftsführer der Forstkammer Baden-Württemberg. Foto: PM © PM

Die Forderung nach Abschaffung der Rotwildbewirtschaftungsgebiete ist keine Lösung für die Schwierigkeiten beim Management dieser Wildart. Unsere größte heimische Wildart in den heutigen dicht besiedelten und vielfältig genutzten Landschaften Süddeutschlands zu erhalten, ist eine Herausforderung für alle Beteiligten. Rotwild gilt als besonders sensibel gegenüber Störungen und führt bei überhöhten Beständen zu massiven Schäden für die Forst- und Landwirtschaft. Der reservatähnliche Ansatz der Bewirtschaftungsgebiete ist daher bislang die einzige Möglichkeit, um Konflikte mit wildlebendem Rotwild zumindest räumlich zu begrenzen. Bis jetzt ist es aber noch nicht gelungen, auch innerhalb dieser Gebiete durch ein konsequentes und ganzheitliches Management die Wildpopulationen und Lebensräume aufeinander abzustimmen. Insbesondere Bemühungen zur Reduktion der Überpopulationen sind bislang regelmäßig gescheitert. Leidtragende dieser Situation sind vor allem die Waldeigentümer und Forstbetriebe innerhalb der Gebiete. Für sie ist eine geregelte Bewirtschaftung ihrer Wälder oft nur noch eingeschränkt möglich. Mit den finanziellen Folgen aber auch mit den Problemen bei der Verjüngung oder dem klimabedingt notwendigen Waldumbau werden die Waldeigentümer in der Regel allein gelassen.
Dabei bieten die Bewirtschaftungsgebiete grundsätzlich die Chance, innerhalb eines räumlich klar abgegrenzten Gebietes unter Beteiligung aller Verantwortlichen und Betroffenen Managementmaßnahmen festzulegen und gemeinsam umzusetzen. Erst wenn hier konkrete Erfolge vorgewiesen werden können, wird eine Diskussion über die Ausweitung des Rotwildvorkommens Sinn machen.
Jerg Hilt, Geschäftsführer Forstkammer Baden-Württemberg e.V.