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Präzedenzfall in NRW?

Seit 2013 können Flächen zu jagdfreien Zonen erklärt werden. Foto: DB


Diese Frage versucht nun das Verwaltungsgericht Münster seit vergangenem Dienstag zu beantworten. Der Landwirt aus Beckum besitzt 32 Hektar Land. Er beantragte die Befriedung seines Grundes, was jedoch die Kreisverwaltung ablehnte. In der Folge reichte er Klage ein. Wie der zuständige Jagdausübungsberchtigte vor Gericht aussagte, gab es bisher nie Probleme in der Zusammenarbeit mit dem jetzt Klagenden. Neben dem Jagdgeld habe er auch mehrfach Wildbret von dem Grünrock angenommen. Der plötzliche Jagdkritiker hätte dies jedoch nur aus Höflichkeit getan und zu der angesprochenen "guten Zusammenarbeit" sei man durch die Zwangsbejagung mehr oder weniger gezwungen gewesen.
Auch der Leiter des Kreisordnungsamtes hat Zweifel an der ethischen Begründung des Bauers. Er müsse sich bewusst sein, dass die "entbehrlichen Bullenkälber", die bei der von dem Landwirt betrieben Nachzucht gekalbt werden, in Mastbetrieben und später auf der Schlachtbank landen, zitieren die "Westfälischen Nachrichten" die Aussagen vor Gericht. Laut des Kreises sei im vorliegenden Fall kein "tief greifender Gewissenskonflikt" zu erkennen. Darüber hinaus müsse in Bezug auf die wachsenden Schwarzwildbestände eine flächendeckende Bejagung, auch mit Blick auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest, möglich bleiben. Das Urteil steht noch aus (AZ 1 K 1608/15).
BS

 


Benedikt Schwenen ist seit 2011 bei den dlv-Jagdmedien. Der gebürtige Emsländer beschäftigt sich überwiegend mit aktuellen und jagdpolitischen Themen.
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