+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 3.885 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 16.5.2022) +++
Home News Polizistenmord: Andreas S. verlor Jagdschein nach Jagdunfall

Polizistenmord: Andreas S. verlor Jagdschein nach Jagdunfall

Wilderer-mit-Flinte © bobex73 - stock.adobe.com
Fünf Strafanzeigen wegen Wilderei wurden gegen Andreas S. gestellt – alle wurden aus Mangel an Beweisen jedoch eingestellt.

Andreas S. ist kein Jäger! Andreas S. ist ein Wilderer, ein Verbrecher und vermutlich auch ein grausamer Mörder. Ein Mann, der längst keine Waffen hätte mehr besitzen dürfen und dies trotzdem tat. Und das nach ersten Erkenntnissen auch nicht in geringem Umfang. Die Polizei geht davon aus, dass S. in der Vergangenheit „professionell“ und „gewerbsmäßig“ wilderte. S. betrieb einen Wildhandel, ohne jedoch einen Jagdschein oder ein eigenes Revier zu haben. Trotzdem setzte er nach Angaben aus dem Umfeld große Mengen Wildbret um. Neue Ware beschaffte er sich wohl selbst – illegal in den Revieren der Umgebung.

Dieter Mahr Präsident des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz erklärt in einer Sprachnachricht, die der Redaktion vorliegt, dass es Gerüchte gab, dass Andreas S. getarnt im grünen Lodenmantel, mit abgesägter Schrotflinte und einer gekürzten Büchse, in den Revieren der Umgebung sein Unwesen trieb. Er soll dabei militärisch ausgerüstet – u.a. mit verbotener Nachtzieltechnik – und mit vier Jagdhunden Strecke gemacht haben. Wie gerissen Andreas S. in der Vergangenheit vorging, komme nun laut Mahr immer mehr ans Tageslicht: So soll er sogar Jagdeinladungen in fremde Reviere ausgesprochen haben.

Fünf Strafanzeigen wegen Wilderei

Wie „FOCUS ONLINE“ einen Bekannten des mutmaßlichen Täters zitiert, sei Andreas S. schon immer „richtig versessen auf die Jagd und ein Spitzen-Schütze“ gewesen. Dass er keinen Jagdschein mehr besaß, sei in der Jägerschaft bekannt gewesen, trotzdem hätte es immer wieder Gerüchte gegeben, dass S. wildern würde. Fünf Strafanzeigen wegen Wilderei seien jedoch aus Mangel an Beweisen eingestellt worden, gibt der Bekannte von S. an. Seinen Jagdschein soll Andreas S. erstmals 2004 nach einem Jagdunfall verloren haben – damals hatte er einen Mitjäger mit einem Schrotschuss erwischt. Dies sei unabsichtlich passiert. Er habe den Jagdschein dann zwar irgendwann wiederbekommen, doch die laufenden Ermittlungsverfahren wegen Wilderei hätten dazu geführt, dass der Jagdschein vor zwei Jahren von der Behörde erneut nicht mehr verlängert wurde.

Wie er dennoch in Besitz der Waffen kommen konnte, oder ob die Behörde damals versäumt hatte, die Waffen einzuziehen, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.

Keine vorschnellen Schlüsse und Forderungen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann warnt jedenfalls vor vorschnellen Schlüssen und politischen Forderungen: „Ich bin einfach dagegen, dass, wenn irgend solch ein Ereignis passiert, wir sofort irgendwelche Debatten führen, was jetzt zu tun ist. Das ist nicht seriös.“ Es gelte jetzt, diese schreckliche Tat aufzuarbeiten.


Kommentieren Sie