+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 3.896 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 19.5.2022) +++
Home News Polizisten ermordet: Verdächtiger gibt Wilderei zu

Polizisten ermordet: Verdächtiger gibt Wilderei zu

Blaulicht-auf-Polizeiauto © Vladimir Kazakov - stock.adobe.com
Die Polizisten hatten die beiden Verdächtigen nachts kontrolliert (Symbolbild).

In Kusel (Rheinland-Pfalz) wurden am Montagmorgen um 4.22 Uhr bei einer Verkehrskontrolle zwei Polizisten ermordet. Die 24-jährige Polizistin und ihr 29-jähriger Kollege wurden dabei von Schüssen in den Kopf getroffen und getötet, als sie einen PKW kontrollierten. Wie ein Sprecher während einer Pressekonferenz angab, hätten die Beamten gemeldet, dass sie dubiose Personen angehalten hätten, die den ganzen Wagen voller Wildtiere haben und man Unterstützung brauche. Danach sei ein weiterer Funkspruch zu hören gewesen, in dem gemeldet wurde: „Kommt schnell! Die schießen, die schießen…“ Vor Ort konnte die Kollegen die Polizistin nur noch tot auffinden, der schwer verletzte Polizist war bereits nicht mehr ansprechbar und starb kurze Zeit später.

Da am Tatort Führerschein und Personalausweis eines Verdächtigen gefunden wurden, konnte der 38-jährige Andreas S. sowie ein weiterer 32-jähriger Verdächtiger nach kurzer Fahndung festgenommen werden.

Mit zwei Waffen auf Polizisten geschossen

Gegen die beiden Verdächtigten wurde Haftbefehl erlassen. Der zuständige Ermittlungsrichter geht davon aus, dass die beiden Männern zuvor wildern waren. Im genutzten Kastenwagen, der später im Rahmen der Fahndung gefunden wurden, sei noch eine große Anzahl erlegter Wildtiere gefunden worden. Ebenso habe man "etliche Waffen" gefunden – darunter auch scheinbar eine Doppelflinte sowie eine Kipplaufbüchse. Die beiden Waffen würden sich mit den Verletzungen der beiden getöteten Polizisten decken. Die Polizistin wurde durch einen Schrotschuss in den Kopf getötet, ihr Kollege wurde insgesamt viermal getroffen. Man gehe davon aus, dass beide Verdächtige auf die Beamten geschossen hätten.

Der 32-Jährige gab in einer Vernehmung die Wilderei zu und äußerte sich auch zu den tödlichen Schüssen auf die Polizisten, will aber selbst nicht geschossen haben.

Nach Angaben der Polizei gebe es Hinweise, dass die Wilderei professionell ausgeübt wurde und einen "gewerblichen" Eindruck erweckt habe.

In der Vergangenheit bereits Wildereivorwürfe

Wie der Deutsche Jagdverband angibt, gehe man derzeit davon aus, dass der 38-jährige Andreas S. keinen gültigen Jagdschein mehr besitzt und demnach auch keine Jagdwaffen besitzen dürfte. Die zuständige Behörde im Saarland hätte bereits im Jahr 2020 den Jagdscheinantrag abgelehnt. Die Polizei konnte mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen auf der Pressekonferenz nicht bestätigen, dass die beiden Verdächtigen keine Waffenerlaubnis besitzen.

Gegen den 38-jährigen Verdächtigen sei bereits in der Vergangenheit wegen Wilderei ermittelt worden. Wie „spiegel.de“ berichtet, habe im es Jahr 2017 einen Vorfall bei Spiesen-Elversberg im Saarland gegeben. Zeugen wollten damals den Verdächtigen Andreas S. in einem fremden Jagdrevier gesehen haben, wie er ein Reh schoss. Bei dem Aufeinandertreffen zwischen S. und dem Zeugen sei es dann angeblich zu einer Attacke gekommen – der mutmaßliche Wilderer sei auf den Zeugen mit seinem Auto zugerast. Dieser konnte sich damals nur mit einem Sprung zur Seite retten. Ermittlungen dazu verliefen jedoch ergebnislos, da Andreas S. zahlreiche Freunde präsentierte, die ihm ein Alibi verschafft hatten. Das Verfahren wurde im Jahr 2019 eingestellt.


Kommentieren Sie